Antisemitismus
«Hausverbot für Juden» sorgt für Entsetzen
Im norddeutschen Flensburg hat ein antisemitisches Plakat für Entsetzen gesorgt. Ein Zettel mit der Aufschrift «Juden haben hier Hausverbot!» hing im Schaufenster eines Geschäfts in der Neustadt, wie die Polizei Flensburg eine Anfrage des Evangelischen Pressedienstes bestätigte. Im Zuge des Polizeieinsatzes sei das Plakat entfernt worden. Zuvor seien mindestens vier Strafanzeigen eingegangen, sagte ein Polizei-Sprecher. Das Kommissariat habe die Ermittlungen aufgenommen, zudem werde der Strafbestand von der Staatsanwaltschaft geprüft.
«Die antisemitische Straftat in Flensburg zeigt uns noch einmal deutlich, wie dramatisch es um unseren gesellschaftlichen Frieden steht», sagte eine Sprecherin für Antidiskriminierung der Grünen-Fraktion Schleswig-Holstein. Antisemitische Vorfälle hätten in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion forderte eine konsequente und harte Bestrafung der Tat: «Das Aufhängen antisemitischer Schilder an Geschäften ist eine widerwärtige Wiederholung der Geschichte.»
Wie der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag berichtete, soll das Plakat vom Ladenbesitzer persönlich aufgehängt worden sein. Gegenüber der Lokalzeitung begründete der 60-Jährige diesen Schritt mit dem Gaza-Krieg. (epd/ gab)