Proteste gegen Schliessung russischer Kirche
In Bulgariens Hauptstadt Sofia ist ein Streit um die Schliessung eines russisch-orthodoxen Gotteshauses entbrannt. Die auch bei Bulgarinnen und Bulgaren beliebte Kirche «Nikolaus von Myra» war geschlossen worden, nachdem zuvor ihr oberster Geistlicher sowie zwei belarussische Priester wegen angeblicher Handlungen gegen die Interessen Bulgariens des Landes verwiesen worden waren.
Den Entscheid, die Geistlichen auszuweisen, habe die Agentur für nationale Sicherheit (DANS) auf der Grundlage eines Geheimberichts getroffen, sagte Regierungschef Nikolaj Denkow bei einem Festakt in Sofia anlässlich des Tages der Unabhängigkeit Bulgariens.
Gläubige protestierten daraufhin gegen die Schliessung und zündeten vor dem Eingang Kerzen an. Mit einer Menschenkette blockierten sie den Verkehr auf dem zentralen Russki-Boulevard. Es gab ein Bittgebet zur Wiederöffnung des Gotteshauses. Zum Protest kam auch der Chef der nationalistischen und pro-russischen, drittstärksten Parlamentspartei Wasraschdane (Wiedergeburt), Kostadin Kostadinow. Der orthodoxe Oberbischof der bulgarischen Donaustadt Russe, Naum, forderte auf Facebook die Wiederöffnung des 1914 eingeweihten Gotteshauses.
Konkrete Beschuldigungen gegen die drei ausgewiesenen Geistlichen seien nicht erhoben worden, sagte die russische Botschafterin in Sofia, Eleonora Mitrofanowa, dem russischen TV-Sender Rossija 24. Die angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem einstigen Ostblockland Bulgarien wurden 2022 wegen der Ausweisung von 70 russischen Diplomaten und Mitarbeitern der Botschaft in Sofia wegen Spionageverdachts zusätzlich belastet. (sda/ dpa/ no)