Proteste
Amnesty spricht von massenhaftem Töten im Iran
«Die Repression gegen die landesweiten Proteste im Iran hat zu massenhaften Tötungen in einem bislang beispiellosen Ausmass geführt», teilte die Organisation Amnesty International mit. Beweise lieferten «verifizierte Videos und Informationen von Augenzeuginnen und Augenzeugen».
Es gebe etwa Beweise dafür, dass Sicherheitskräfte häufig unbewaffneten Demonstrierenden gezielt in Kopf und Oberkörper geschossen hätten. Amnesty forderte die UN-Mitgliedsstaaten zu unverzüglichen Ermittlungen und der Einleitung von Strafverfolgungen gegen die Verantwortlichen auf.
«Selbst gemessen an der düsteren Bilanz der iranischen Behörden bei der Niederschlagung früherer Protestwellen sind die Schwere und das Ausmass der aktuellen Tötungen und Repressionen beispiellos», sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland.
Die Gruppe Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Zahl der getöteten Demonstranten bisher auf 3428. Die tatsächliche Zahl könne deutlich höher liegen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.
Ausgelöst wurde die aktuelle Protestwelle Ende Dezember durch eine schwere Wirtschaftskrise im Iran. Die Regierung zeigte sich zunächst kompromissbereit. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. (sda/ dst)