Mystik
Alois M. Haas ist gestorben
Wie aus einer Todesanzeige hervorgeht, ist der emeritierte Germanistikprofessor Alois M. Haas gestorben. Passend zu seiner Faszination für die mittelalterlichen Mystiker hat die Familie ein Zitat von Meister Eckhart für die Mitteilung gewählt: «Daz ist das ende, dâ der geist blîbet mit ruowe in einicheit der lieben ewicheit.»
Haas lehrte als ordentlicher Professor am Lehrstuhl für deutsche Literaturgeschichte von den Anfängen bis 1700 an der Universität Zürich von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1999. In einfachen Verhältnissen im Zürcher Niederdorf aufgewachsen, besuchte der junge Alois Maria Haas das Gymnasium des Benediktinerklosters Engelberg. Dort kam er zum ersten Mal mit den Werken jener mittelalterlichen Autoren in Kontakt, die seine Arbeit prägen würden. Er studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte und lehrte erst als Professor in Montreal, bevor er nach Zürich zurückkehrte.
Der katholische Intellektuelle publizierte viel zu religionsphilosophischen Themen und zur Geschichte der Spiritualität. Zu einem seiner wichtigsten Themen entwickelte sich die Mystik. Der Suhrkamp-Verlag, bei dem Haas’ Bücher erscheinen, bezeichnet ihn als den «unbestrittenen Meister der sogenannten Deutschen Mystik». (dst)