Genf hat den Status von über 2000 Sans-Papiers legalisiert

Rund 2400 «Illegale» haben seit dem Start des Projekts «Opération Papyrus» im Kanton Genf eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Die Verantwortlichen haben nun eine positive Bilanz gezogen – weiterführen wollen sie das Projekt aber nicht.


Das im Jahr 2017 lancierte Pilotprojekt mit dem Namen «Opération Papyrus» ist in den Augen der Genfer Behörden ein Erfolg. Bis Ende 2018 konnten dadurch insgesamt 2390 Menschen eine Aufenthaltsbewilligung erlangen, darunter 437 Familien.

In einer Untersuchung wird nun festgehalten, dass diese Aktion zu keiner Sogwirkung geführt habe. Die Regularisierung der sogenannten Sans-Papiers habe einen positiven Effekt auf die Situation der Menschen selber, aber auch auf den Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungen. Der Genfer Staatsrat Mauro Poggia (Mouvement citoyens genevois) sprach deshalb von einem vollen Erfolg.

«Heuchelei beendet»

Laut Marianne Halle vom Kontaktzentrum für Schweizer Einwanderer Genf habe das schweizweit einzigartige Pilotprojekt nicht zu einer generellen Regularisierung dieser Sans-Papiers geführt. Aber ein grosser Teil der seit langem im Raum Genf versteckt lebenden Einwanderer habe dank dem Programm eine Aufenthaltsbewilligung erhalten und sei so aus dem Schatten getreten.

«Wir haben eine Heuchelei beendet», sagte der Genfer Staatsrat und Vorsteher des Sozialdepartementes, Thierry Apothéloz (SP). Für ihn ist «Papyrus» ein Projekt, von dem alle profitieren konnten: Die betroffenen Menschen, die Allgemeinheit und der Arbeitsmarkt.

Keine Verlängerung geplant

Trotzdem sei zurzeit nicht geplant, das Programm zu verlängern, sagte Poggia am 21. Februar an einer Medienkonferenz in Genf. Auf eidgenössischer Ebene seien Diskussionen zur Problematik der Sans-Papiers im Gang. Nun müsse man abwarten, in welche Richtung die Politik in diesem Bereich gehen werde.

Der grösste Teil dieser Menschen fand im Sektor Hauswirtschaft eine Anstellung. Dies hat sich auch auf die Bekämpfung der Schwarzarbeit und des Lohndumpings positiv ausgewirkt, wie die Genfer Kantonsbehörden an der Medienkonferenz ausführten. (sda/mos)