Zehntausende Flüchtlinge harren derzeit in den Camps auf den griechischen Inseln aus – in beengten Verhältnissen und unter prekärsten hygienischen Bedingungen. Zumindest für einige von ihnen könnte sich die Situation nun verbessern. Wie die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am 14. April auf Twitter mitteilte, würden aus den Lagern auf Lesbos und den anderen Inseln etwa 1000 besonders gefährdete Migranten in leerstehende Hotels umziehen. Dies sei möglich durch Bemühungen des UN-Flüchtlingshilfswerks, der Internationalen Organisation für Migration, der griechischen Regierung und der EU-Kommission.
Zudem betonte Johansson die «Grosszügigkeit der griechischen Einheimischen.» Die Aktion stehe für «EU-Werte in der Praxis, selbst in diesen schwierigen Zeiten.» Ein Kommissionssprecher ergänzte, ein Teil der Menschen sei bereits umgezogen, der Rest folge am Mittwoch. Die Hotels befinden sich demnach auf den Inseln selbst sowie auf dem Festland.
Forderung nach kompletter Räumung
Dem griechischem Migrationsministerium zufolge wurden innerhalb der ersten drei Monate des Jahres bereits rund 10’000 Schutzsuchende von den Inseln aufs griechische Festland gebracht. Das EU-Türkei-Abkommen sieht Rückführungen in die Türkei nur von den Inseln vor.
Etliche Hilfsorganisationen und Politiker hatten wegen der miserablen Hygienebedingungen zuletzt gefordert, dass die Camps angesichts der Corona-Krise komplett geräumt werden sollten. Aktuell leben nach Angaben des Migrationsministerium knapp 40’000 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 7000 Plätzen. (sda/no)