Norweger Pastor weitere fünf Jahre Generalsekretär des Weltkirchenrates

Der norwegische Pastor Olav Fykse Tveit bleibt Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Der Zentralausschuss wählte ihn am Donnerstag in Genf für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren.

War vor seinem Weltkirchenrat-Amt Generalsekretär des Rates der Norwegischen Kirche für ökumenische und internationale Beziehungen: Der wiedergewählte Pastor Olav Fykse Tveit. Bild: Finnrind/Wikimedia

Der 54-jährige lutherische Theologe wurde im August 2009 erstmals zum Generalsekretär des Weltkirchenrates gewählt und trat sein Amt im Januar 2010 an. Zuvor war er Generalsekretär des Rates der Norwegischen Kirche für ökumenische und internationale Beziehungen. Bei der bis nächsten Mittwoch dauernden Sitzung des höchsten ÖRK-Leitungsgremiums hob der syrisch-orthodoxe Erzbischof Eustathius Matta Roham die Bedeutung der Ökumene im Syrien-Konflikt hervor. Die Kirchen könnten als Stimme des Friedens und der Gerechtigkeit künftige Katastrophen verhindern. Die nun spürbare Einheit wäre jedoch schon viel früher nötig gewesen – «es wäre vielleicht nicht zu dem vielen Blutvergiessen, den Tötungen, Racheakten und Zerstörungen gekommen», so der Metropolit am Donnerstag.

 

Fast alle grösseren Städte Syriens zerstört
Wie Roham darlegte, seien in Syrien heute Gewaltakte und Tötungen auf der Strasse sowie deren Darstellung auf Videoplattformen Alltag, wobei oftmals ganze Nachbarschaften involviert seien. Der Erzbischof sprach von einer Gewaltspirale, bei der sich Verbrechen auf Ebene von Einzelpersonen hochgeschaukelt hätten zu Konflikten der Gemeinschaft und schliesslich der ganzen Nation, die nun «geteilt» sei. Fast alle grösseren Städte Syriens lägen heute in Trümmern.

 

Der Weltkirchenrat hat derzeit 349 Mitgliedskirchen, denen insgesamt über 500 Millionen Gläubige angehören. Die katholische Kirche ist nicht Vollmitglied, kooperiert aber in verschiedenen Gruppen und Kommissionen. Die Mitgliedskirchen kommen heute aus über 110 Ländern auf allen Kontinenten und schliessen orthodoxe, anglikanische, protestantische, vereinigte und andere Kirchen ein. Die Mehrzahl der Mitgliedskirchen kommt aus dem Süden.