Migration

Zwölf Tote bei Bootsunglück im Ärmelkanal

Beim Kentern eines Flüchtlingsboots im Ärmelkanal sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. Zwei Personen werden vermisst und weitere wurden verletzt.

Vor dem nordfranzösischen Küstenort Le Portel bei Boulogne-sur-Mer sind bislang 65 Menschen aus dem Wasser gezogen worden, zwölf davon hätten nur noch tot geborgen werden können, heisst es in einer Mitteilung. Einige der Geretteten würden notfallmedizinisch versorgt. Während der Überfahrt nach Grossbritannien sei ein Boot gekentert. Alle Passagiere seien ins Meer gestürzt.

Immer wieder überqueren Migranten den Ärmelkanal, um Grossbritannien zu erreichen. Oft unternehmen sie die Reise in kleinen Schlauchbooten. Die Überfahrt ist gefährlich, auch weil der Meeresarm von vielen grossen Schiffen befahren wird. Bei den Überfahrten kommen immer wieder Menschen ums Leben.

Grossbritannien versucht, die Migration über den Ärmelkanal seit Längerem auch mit französischer Hilfe einzudämmen und zahlt dafür Millionensummen an Frankreich. Die frühere konservative Regierung wollte Migranten mit einem harten Vorgehen abschrecken – zum Beispiel mit dem Plan, sie ohne Rücksicht auf ihre eigentliche Herkunft nach Ruanda abzuschieben.

Der neue britische Premierminister Keir Starmer allerdings, der seit Juli mit seiner sozialdemokratischen Labour-Partei regiert, hat das Vorhaben wieder gekippt, nachdem auch Menschenrechtsorganisationen und Gerichte es scharf kritisiert hatten. Starmer hat dafür angekündigt, stärker gegen Schlepperbanden vorgehen zu wollen. Vor einigen Tagen erst beriet sich Starmer mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über den Umgang mit der Migration über den Ärmelkanal. (sda/ dst)