Kirche soll erste französisch-deutsche Bibel drucken

Eine Motion an der reformierten Freiburger Synode will, dass die Kirche eine zweisprachige Bibel auf Französisch und Deutsch herausgibt. Falls sie diese Arbeit nicht realisieren kann, würden sich die Bibelverleger dafür interessieren.

Eine zweisprachige Bibel soll her: französisch/deutsch Seite an Seite.
Eine zweisprachige Bibel soll her: französisch/deutsch Seite an Seite. (Bild: pixelio.de/FotoHiero)

Ein Delegierter der Synode der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (EERF) träumt von einer Bibel, in der der deutsche und der französische Text in nebeneinanderliegenden Spalten aufgeführt sind. Jean-Pierre Zimmermann findet, dass «sie in zweisprachigen Kirchgemeinden verwendet und den Konfirmanden zum Abschluss des Unterrichts überreicht werden könnte.» Deshalb hat er in der Synode der EERF eine Motion eingereicht, dass sie eine solche Bibel produzieren soll. Der Synodalrat (Exekutive) hat darauf geantwortet, «dass sie keine Verleger sind und keine nötigen Fachkenntnisse besitzen» und vorgeschlagen, die Idee an die Schweizerische Bibelgesellschaft weiterzuleiten.

«Ich finde diese Idee fantastisch!», begeisterte sich Eva Thomi, die Geschäftsführerin der Schweizerischen Bibelgesellschaft, als Protestinfo sie dazu befragte. «Mit unseren Partnern im Weltbund der Bibelgesellschaften können wir verschiedene Übersetzungen auf Deutsch und Französisch benutzen. Eine Auflage von 500 Exemplaren ist heute möglich. Die grosse Herausforderung ist die Seitengestaltung. Die beiden Übersetzungen einer Textpassage müssen auf einer Seite genau vis-à-vis sein. Das ist eigentlich nur mit einer manuellen Gestaltung machbar», meint Eva Thomi.

Idee nicht ganz neu

Die Idee ist nicht ganz neu. «Eine französisch-englische Bibel gibt es, und wir haben uns schon eine deutsch-französische Ausgabe überlegt», erklärt Eva Thomi. «Aber es ist klar, dass nur die Schweiz ein solches Projekt finanzieren würde. Die Französische Bibelgesellschaft ist daran nicht interessiert, und auch unsere anderen Partner nicht.» Eine gewisse Nachfrage besteht aber. «Ich habe meine Arbeitskolleginnen danach gefragt und sie haben bestätigt, dass sie schon nach solchen Bibeln gefragt worden sind.»

Welche Übersetzung wählen? Die Schweizerische Bibelgesellschaft darf die Übersetzungen brauchen, für die die Französische Bibelgesellschaft die Rechte besitzt, also beispielsweise: Français courant, Parole de Vie, traduction oecuménique de la Bible oder Nouvelle Bible Segond. «Ich denke, dass wir eine Übersetzung in einer relativ einfachen Sprache wählen sollten», meint Eva Thomi. «So könnte diese Ausgabe auch für das Erlernen der Sprachen dienen.»