Zwei Migranten auf Lesbos angeschossen

Nachdem sie das wegen der Corona-Pandemie gesperrte Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos verlassen hatten, sind zwei Flüchtlinge durch Schüsse verletzt worden. Im März war es dort zu Attacken von Extremisten auf Schutzsuchende gekommen.


Auf der griechischen Insel Lesbos hat ein Unbekannter mit Schüssen aus einer Jagdflinte zwei Migranten leicht verletzt. Dies berichtete der staatliche Fernsehsender «ERT» am 23. April unter Berufung auf die Polizei.

Der Zwischenfall habe sich am Mittwochabend in etwa sieben Kilometern Entfernung vom Camp Moria ereignet. Die beiden Migranten aus Afghanistan und dem Iran hätten der Polizei gesagt, sie seien spazieren gegangen, berichtete das Nachrichtenportal «Stonisi». Aufgrund der Corona-Pandemie darf das Lager derzeit nicht verlassen werden.

Auf Lesbos war es im März zu Attacken von Extremisten auf Migranten und Mitarbeiter humanitärer Organisationen gekommen. Zudem gibt es rund um das Lager Moria immer wieder Diebstähle. Einheimische sind aufgebracht. Humanitäre Organisationen fordern die Schliessung des Lagers. In Moria harren zurzeit gut 18’300 Migranten aus. Das Lager ist eigentlich nur für gut 2700 Menschen gebaut. (sda/no)