Judentum

In Zürichs neuer Sabbat-Zone gelten lockere Regeln

Der schweizweit erste grosse Eruv ist in Zürich entstanden. Dieser private Raum in der Öffentlichkeit erlaubt es Jüdinnen und Juden am Sabbat beispielsweise Kinderwagen zu benutzen.

Für Stadtzürcher Jüdinnen und Juden gelten am Sabbat neu in der Öffentlichkeit gelockerte Regeln, sofern sie sich innerhalb einer abgeschlossenen Zone, dem sogenannten Eruv, befinden. Gegenstände wie Mahlzeiten oder Gebetsbücher im öffentlichen Raum dürfen dann trotz Sabbat getragen werden. Auch die Nutzung von Kinderwagen, Rollstühlen und Gehhilfen ist damit erlaubt. Das teilten die drei verantwortlichen Rabbiner der Gemeinde Agudas Achim, der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) und der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG) der jüdischen Gemeinschaft in einem Schreiben mit. Verschiedene Medien haben zuerst darüber berichtet.

Der Eruv bildet einen erweiterten privaten Raum in der Öffentlichkeit und besteht aus einer symbolisch abgeschlossenen Zone. Dazu werden bestehende Mauern, Zäune und Hauswände genutzt, Lücken werden laut der Website eruv.ch mit dünnen Drähten geschlossen. In Zürich würden so hauptsächlich die Quartiere Wiedikon, Enge und Wollishofen zu einem gemeinsamen Bereich verbunden, heisst es auf der Website. Für die Umsetzung waren Baubewilligungen nötig, 2022 war das Projekt gestartet (ref.ch berichtete).

Ein Team unter rabbinischer Aufsicht prüfe die komplette Strecke wöchentlich und behebe allfällige Schäden. Ob der Eruv in Betrieb ist, wird nach der Kontrolle via Website angezeigt. International gibt es Eruv-Gebiete beispielsweise in London, Wien oder Amsterdam. (gab)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema