Zürich plant Sabbat-Zone
Die jüdischen Gemeinden der Stadt Zürich möchten eine durchgängige grosse Sabbat-Zone schaffen für bestimmte Aktivitäten, die nach den jüdischen Gesetzen ansonsten verboten sind. Für den sogenannten Eruv soll in den Quartieren Wiedikon, Enge und Wollishofen eine symbolische Umzäunung mit einer Fläche von etwa 14 Quadratkilometern entstehen. Die Baubewilligungsgesuche folgen in den nächsten Wochen.
Nylonschnur zeigt Grenze an
Bei einem Eruv handelt es sich um eine symbolisch abgeschlossene Zone in der Öffentlichkeit, die es Jüdinnen und Juden am Ruhetag Sabbat erlaubt, draussen Gegenstände zu tragen oder Kinderwagen zu benutzen. Eine solche Umzäunung wird oft durch das Spannen einer Nylonschnur symbolisiert, wie Cédric Bollag, Leiter des Projekts, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.
Das Projekt wird durch alle jüdischen Gemeinden der Stadt unterstützt und durch die jüdische Gemeinschaft finanziert, wie Bollag weiter sagte. In Zürich gibt es demnach bereits seit 1993 einen «Mini-Eruv» im Gebiet der Freigutstrasse und der Gerechtigkeitsgasse unweit des Bahnhofs Selnau.
Nach Abschluss des Projekts soll der neue Eruv einen Umfang von etwa 18 Kilometern aufweisen. Flächenmässig werde er gut 16 Prozent des Zürcher Stadtgebiets umfassen.
Schweizweite Ausweitung geplant
Wie lange die Bewilligungsverfahren dauern werden, konnte Bollag nicht sagen. Lägen die Bewilligungen vor, nehme die Instandstellung etwa zwei Monate in Anspruch. Auch in anderen Schweizer Städten sind demnach Eruv-Projekte geplant, so etwa in Basel. International gibt es solche Gebiete beispielsweise in London, Wien oder Amsterdam.
Der jüdische Ruhetag Sabbat dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag. In dieser Zeit soll keine Arbeit verrichtet werden. Verboten sind streng genommen unter anderem die Bedienung elektrischer Geräte oder das Tragen von Gegenständen. (sda/ jow)