Zürich soll Beiträge für anerkannte Gemeinschaften erneuern

Der Regierungsrat des Kantons Zürich beantragt für die gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Religionsgemeinschaften einen Rahmenkredit von 300 Millionen Franken.


Der Zürcher Regierungsrat will die fünf anerkannten Religionsgemeinschaften weiterhin mit jährlich 50 Millionen Franken unterstützen. Dabei beruft er sich auf das Kirchengesetz, das für den Einsatz der Religionsgemeinschaften in den Bereichen Bildung, Soziales und Kultur einen finanziellen Beitrag vorsieht. Der Regierungsrat habe deshalb beim Kantonsrat für die Jahre 2020 bis 2025 einen Betrag von insgesamt 300 Millionen Franken beantragt, schreibt der Regierungsrat am 27. September. Dies entspreche dem Betrag der letzten Beitragsperiode.

Im Kanton Zürich sind fünf Religionsgemeinschaften rechtlich anerkannt: Die reformierte Landeskirche, die katholische Kirche, die Christkatholische Kirchgemeinde, die Israelitische Cultusgemeinde und die Jüdische Liberale Gemeinde.

Für die ganze Gesellschaft

Die anerkannten Gemeinschaften erbrächten viele Leistungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, argumentiert der Regierungsrat. Als Beispiele nennt er Jugendarbeit, Konzerte, Jobbörsen oder auch Deutschkurse für Migranten und Betreuungsangebote für Kinder. Diese Angebote seien der ganzen Bevölkerung zugänglich. Es handle sich dabei nicht um Leistungsaufträge, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Gemeinschaften könnten selbst entscheiden, welche Tätigkeiten sie in ihre Programme aufnehmen.

Erbrachte Leistung höher als gezahlte Beiträge

Der Regierungsrat verwies ausserdem auf die 2017 publizierte Widmer-Studie der Universität Zürich. Diese erhob Umfang, Bedeutung und Qualität kirchlicher Tätigkeiten. Insgesamt wurden über 86‘000 Angebote der reformierten und der katholischen Kirche untersucht. Laut Studie ist die erbrachte Leistung der Gemeinschaften höher, als die beantragten Kostenbeiträge von 50 Millionen pro Jahr. Neben der Widmer-Studie berücksichtigt der Regierungsrat in seinem Antrag ausserdem das Engagement der Religionsgemeinschaften im Bereich der interreligiösen Zusammenarbeit. (pd)