Zürcher Synode macht Pfarrstellen künftig abhängig von Gemeindegrösse

Ein neues System der Zuteilung der Pfarrstellen soll künftig berechenbarer und gerechter werden. Die Zürcher Synode debattierte über den Vorschlag des Kirchenrats – vor allem über das Schicksal kleiner Gemeinden.


Die reformierte Kirche des Kantons Zürich will die Zuteilung von Pfarrstellen künftig stärker als bisher von der Grösse der Kirchengemeinden abhängig machen. Nach einem Beschluss der Synode vom 10. April wird damit pro 2’000 Mitglieder eine volle Pfarrstelle besetzt. Für die Amtsdauer von Pfarrerinnen und Pfarrern sei eine Übergangsregelung vorgesehen, schreibt die Landeskirche in einer Mitteilung.

Emotionale Debatte

Von der Regelung profitierten laut Landeskirche tendenziell die grösseren Kirchengemeinden. Entsprechend umstritten war das neue Zuteilungssystem. Kritiker sprachen von «Tabula Rasa» und vom «Abwürgen des kirchlichen Lebens». Kirchenratspräsident Michel Müller betonte, dass es nicht um eine qualitative Bewertung grosser und kleiner Kirchgemeinden gehe.

Nach vielen emotionalen Wortmeldungen stimmten die Synodalen zwar für die neue Regelung; mit einer knappen Mehrheit stimmten sie laut Mitteilung jedoch auch für einen Antrag, der eine Schutzklausel für kleinere Gemeinden vorsieht. Jede Kirchgemeinde bekommt unabhängig ihrer Grösse mindestens eine halbe Stelle. Das begünstigt gemäss Mitteilung vor allem Gemeinden, die weniger als 1’000 Mitglieder haben.

reformiert. als Mitgliederzeitung

In ihrer Sitzung entschied die Synode ausserdem, dass die Zeitung reformiert. künftig allen Kirchenmitgliedern unentgeltlich als Mitgliederzeitung zugestellt wird. reformiert. wird zwar schon jetzt gratis verschickt, allerdings entscheidet jeweils die lokale Kirchenpflege, welche Mitglieder die Zeitung erhalten und welche nicht.

Einen weiteren Entscheid fällten die Synodalen über die Wohnsitzpflicht von Pfarrerinnen und Pfarrern. Diese soll nun laut Landeskirche gelockert werden. Bisher war das nur in Ausnahmefällen möglich.Die Änderungen fanden im Rahmen der Teilrevision der Kirchenordnung statt. Am 8. und 15. Mai finden weitere Beratungen statt. Über die neue Kirchenordnung wird am 23. September in einer Volksabstimmung entschieden. (pd)