Zürcher Reformierte wollen bei Immobilien über die Bücher

Die Zentralkirchenpflege (ZKP) der stadtzürcherischen reformierten Kirchgemeinden hat beschlossen, den Umgang mit ihren Immobilien nochmals zu überprüfen.


Die stadtzürcherischen reformierten Kirchgemeinden wollen ihr Leitbild zum Umgang mit ihren Immobilien nochmals diskutieren. Dies beschloss die Zentralkirchenpflege (ZKP) laut einer Medienmitteilung am 28. März in einer Sitzung. Ein entsprechender Vorschlag des Verbandsvorstands fand die grossmehrheitliche Zustimmung der 68 ZKP-Delegierten und wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

Vorstandspräsident Andreas Hurter kündigte an, dass das Leitbild vorerst unangetastet bleibt, dass es aber diskutiert werden soll und zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden kann. Im Leitbild ist unter anderem das Ziel festgehalten, für die Anlageimmobilien «Marktmieten mit Augenmass gemäss den Werten der reformierten Kirche» zu erzielen, wie es in der Mitteilung heisst. So sollen zukünftige Steuerausfälle ausgeglichen und das kirchliche Angebot aufrechterhalten werden können.

Petition eingereicht

In den vergangenen Monaten wurde an diesem Grundsatz Kritik geübt, auch seitens einiger Delegierter, heisst es in der Mitteilung weiter. Hurter erklärte, die Frage der richtigen Miete nochmals aufnehmen und Missverständnisse klären zu wollen, «um wieder auf einen vertrauensvollen Weg zurückzukehren.»

Mit dieser Absichtserklärung zeigte sich laut Mitteilung auch der Aussersihler Kirchenpflegepräsident Hannes Lindenmeyer, der bisher schärfste Kritiker des Immobilienleitbilds, zufrieden. Aus seiner Kirchgemeinde war im Vorfeld der ZKP-Sitzung eine Petition gegen das Leitbild eingegangen, mit der Forderung, den Umgang mit kirchlichen Immobilien ausschliesslich nach den Grundsätzen gemeinnütziger Trägerschaften auszurichten. Vertreter des «Forum St. Jakob» hatten dem ZKP-Präsidium die Petitionsbögen mit 595 Unterschriften überreicht. (bat)