Zürcher Notschlafstellen sind fast voll
Seit dem 15. November stehen der Pfuusbus beim Zürcher Albisgüetli und das Iglu in Zürich-Seebach wieder für Obdachlose offen. In beiden Betrieben der Sozialwerke Pfarrer Sieber sei fast Vollbelegung, sagte der Sprecher Walter von Arburg dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF.
«In dieser Saison spüren wir, dass mehr Menschen auf der Strasse leben als in früheren Jahren», sagte von Arburg. Viele der Hilfesuchenden hätten psychische Krankheiten, was sich auf den Betrieb in den Notschlafstellen auswirke. «Sie belasten das gesamte Setting. Sie sind unruhig und getrieben.» Aktuell hätten die Sozialwerke Pfarrer Sieber aber noch genügend Helferinnen, um die Lage zu bewältigen.
Bereits in der letzten Wintersaison verzeichneten die Sozialwerke einen Anstieg der Übernachtungszahlen. Damals wurden im Pfuusbus 4965 Übernachtungen gezählt, im Vorjahr waren es erst 4093. Auch im Iglu, das eigentlich für Wanderarbeiter eröffnet wurde, stiegen die Zahlen. Im vergangenen Winter wurden dort 3909 Übernachtungen gezählt, rund 1300 mehr als im Jahr zuvor.
Ein möglicher Grund für den Anstieg im vergangenen Winter war wohl das offizielle Ende der Corona-Pandemie. Testpflicht, Abstands- und Hygieneregeln wurden damals aufgehoben. Die Obdachlosen konnten wieder ohne vorgängigen Test ein Bett in der Wärme beziehen. (sda/ hz)