Zahl der Asylgesuche geht zurück

Im ersten Halbjahr 2019 wurden in der Schweiz 10 Prozent weniger Asylgesuche eingereicht als in der gleichen Vorjahresperiode. Die meisten Asylsuchenden kommen aus Eritrea.


Bis Ende Juni sind in der Schweiz in diesem Jahr rund 7000 Asylgesuche gestellt worden, das sind zehn Prozent weniger als in der gleichen Vorjahresperiode. Dies schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) in einer Mitteilung vom 15. August. Trotzdem dürfe die Entspannung der Migrationslage in Europa nicht darüber hinwegtäuschen, dass an den Grenzen Europas, im Nahen Osten und in Nordafrika ein «erhebliches Migrationspotenzial» bestehe.

Gemäss der Mitteilung betrug der Rückgang der Asylgesuche im zweiten Quartal 11,2 Prozent. Im Monat Juni allein lag der Rückgang sogar bei beinahe 20 Prozent. Die wichtigsten Herkunftsländer von Asylsuchenden im ersten Halbjahr 2019 waren Eritrea (1474 Gesuche), Afghanistan (597), Syrien (511), Türkei (495), Georgien (386) und Sri Lanka (377).

Im Rahmen des Resettlement-Programms sind im ersten Halbjahr 142 besonders schutzbedürftige Personen in die Schweiz eingereist, die aus dem syrischen Konfliktgebiet stammen. Für 2019 ist diesbezüglich die Aufnahme von bis zu 800 Personen geplant.

60’000 anerkannte Flüchtlinge

Ende Juni 2019 lebten in der Schweiz knapp 60’000 anerkannte Flüchtlinge, 10 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Zählt man noch die Flüchtlinge mit Ausweis B und C sowie Personen mit Rückkehrunterstützung hinzu, waren knapp 125’000 Personen aus dem Asylbereich in der Schweiz erfasst.

Das SEM hat ebenfalls das einmal jährlich erscheinende Monitoring zum Wegweisungsvollzug durch die Kantone veröffentlicht. Die Kantone sind für die Rückführung von Abgewiesenen in Herkunfts- oder in Dublin-Staaten zuständig. Hier haben laut SEM vor allem die hängigen Fälle eritreischer und iranischer Staatsangehöriger zugenommen.

Dafür konnten die Pendenzen für Tunesien und Nigeria aufgrund einer verbesserten Zusammenarbeit erneut abgebaut werden. Weiterhin problematisch ist der hohe Anteil von abgewiesenen Personen, deren Herkunftsstaat unbekannt ist, weil die Abklärungen aufwendig sind. (sda/no)