Wir streiken!

In der Schweiz liegt die publizistische Macht weitgehend in den Händen von Männern. Das muss sich ändern, findet die Redaktion der Reformierten Medien – und schliesst sich darum geschlossen dem Frauenstreik an.

Ohne Frauen keine News – das Logo der Organisation Medienfrauenstreik. (Bild: zVg)

Medien vermitteln den Menschen ein Bild von der Welt. In der Schweiz tun sie dies noch immer weitgehend aus männlicher Perspektive: In den Ressorts Politik und Wirtschaft der hiesigen Medienunternehmen arbeiten zu 70 Prozent Männer. Hinzu kommt, dass drei von vier Führungspositionen mit Männern besetzt sind, wie die Organisation Medienfrauenstreik unter Bezugnahme auf eine Studie der ZHAW Winterthur schreibt.

Doch nicht nur die Medien selbst sind männlich dominiert – auch bei den Experten, die in Zeitungen, Nachrichtensendungen und Radiobeiträgen zu Wort kommen, ist ein Geschlecht krass überrepräsentiert: «Die aktuellste Erhebung in der Schweiz zeigt, dass 79 Prozent der Politiker in den Medien Männer sind», schrieb die Ökonomin Patrizia Laeri kürzlich in ihrer Blick-Kolumne. In den Wirtschaftsmedien seien es sogar 95 Prozent.

Die Redaktion der Reformierten Medien findet, dass sich das ändern muss. Aus diesem Grund schliesst sie sich zusammen mit dem gesamten Unternehmen dem von Gewerkschaften und Frauenorganisationen lancierten Frauenstreik an. Dessen Forderungen sind:

  • gleicher Lohn für gleiche Arbeit
  • bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Respekt statt Sexismus am Arbeitsplatz
  • Schutz vor Gewalt

Die Medien können einen Beitrag dazu leisten – indem sie bei sich selbst anfangen. Indem sie Frauen fernab von Stereotypen und Sexualisierung zeigen. Indem sie Expertinnen zu Wort kommen lassen. Indem sie es ihren Redaktorinnen (und selbstverständlich auch Redaktoren) ermöglichen, eine Familie zu haben und einen Job auszuüben. Und indem sie beide fair bezahlen.

Aus diesem Grund wird es am Freitag, 14. Juni, keine News auf ref.ch geben. Alle Redaktorinnen und Redaktoren sind am Montag, 17. Juni, wieder im Einsatz.