Evangelische Kirche Deutschland: Willkommen heissen, nicht abschieben

Auch die evangelische Kirche will sich vermehrt für Flüchtlinge einsetzen und sie statt abzuschieben, willkommen heissen. Christen müssen ihre Pflichten wahrnehmen und Benachteiligten und Armen Menschen beiseite stehen, wie die evangelische Landeskirche Deutschland in der Öffentlichkeit erklärt hat.

Flüchtlinge sollen bei Christen willkommen sein.
Flüchtlinge sollen bei Christen willkommen sein. (Bild: pixelio.de/Wilhelmine Wulff)

Flüchtlinge willkommen zu heissen und aufzunehmen, sei ein Gebot der Humanität und ein Gebot christlicher Verantwortung. Das teilte heute die evangelische Landeskirche Deutschland (EKD) mit. «Unsere Gesellschaft steht vor einer grossen Herausforderung, aber auch unsere Kräfte sind gross.» Die Leitenden Geistlichen unterstreichen die kirchliche Forderung nach legalen Zugangswegen nach Europa und rufen dazu auf, Fluchtursachen zu bekämpfen: Klimaveränderungen, Kriege, Verfolgung und extreme Armut seien Folge globaler Handelsbeziehungen, Waffenlieferungen und eines Lebensstils, der die Ressourcen der Erde verbraucht. Die Gesellschaft solle sich diesen Problemen widmen, damit es keinen Grund mehr zur Flucht hat.

«Mit dieser Erklärung wollen wir für unsere evangelischen Kirchen inmitten intensiver Debatten einen Beitrag zur Orientierung schaffen», erläutert der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. «Unsere Erklärung wollen wir auch in die vielen ökumenischen Gespräche einbringen und für unsere Anliegen in den Kirchen Europas werben.» Die Erklärung der 20 leitenden Geistlichen ist die erste ihrer Art in der Geschichte der EKD.