Weltweite Krisen machen Fortschritte bei Gleichstellung zunichte
Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern sind durch eine ansteigende Zahl von Kriegen und Konflikten bedroht. «Vom Nahen Osten bis nach Haiti, Sudan, Myanmar, der Ukraine, Afghanistan und anderswo zahlen Frauen den höchsten Preis für Konflikte, die nicht von ihnen verursacht wurden», teilte die UN-Frauenorganisation (UN Women) anlässlich des internationalen Weltfrauentages mit.
Die Zahl der Frauen, die in Konfliktgebieten leben, habe sich seit 2017 verdoppelt – auf momentan mehr als 614 Millionen. In dieser Umgebung sei es auch knapp achtmal wahrscheinlicher, dass Frauen in extremer Armut lebten. Weltweit befinde sich jede zehnte Frau – insgesamt etwa 400 Millionen – auf der untersten Einkommensstufe. Diese liegt gemäss Weltbank bei unter 2,15 Dollar pro Tag. Im Haupterwerbsalter seien nur 61 Prozent der Frauen erwerbstätig, während es bei den Männern 90 Prozent sind.
UN Women schreibt weiter, dass ausgelöst durch den Klimawandel bis 2030 voraussichtlich 236 Millionen Frauen und Mädchen mehr hungern werden, doppelt so viele wie Männer (131 Millionen).
Petition gegen sexualisierte Gewalt im Nahen Osten
Auch in der Schweiz wird anlässlich des Weltfrauentags darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen unter aktuellen Konflikten in besonderem Masse leiden. Mit einer neu lancierten Petition soll Bundesrat Ignazio Cassis aufgefordert werden, sich bei der UNO für ein Ende der sexualisierten Gewalt im Nahen Osten einzusetzen.
«Angesicht des Schmerzes und des Leids, die den Nahen Osten seit dem Massaker vom 7. Oktober in Israel und dem anschliessenden Krieg in Gaza erschüttert haben, ist es dringend notwendig, politische Spaltungen und Polarisierungen zu überwinden», heisst es im Petitionstext. «Wir verurteilen aufs Schärfste Vergewaltigung, Sklaverei, Erniedrigung unter Besatzung, Folter, willkürliche Inhaftierung, Entführung, Geiselnahme, Verstümmelung, Schändung, sexualisierte Gewalt, Ehrenmorde, Ausschluss vom öffentlichen Leben und psychische Gewalt gegen Frauen und Mädchen.»
Mehrere Hundert Personen haben die Petition bereits unterschrieben. Initiantinnen sind die Politikwissenschaftlerinnen Rachel Manetsch und Elham Manea. (sda/ eba)