Weltkirchenrat ruft zur Abrüstung von Atomwaffen auf

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, hat sich anlässlich seines Besuches am World Economic Forum (WEF) in Davos gegen Atomwaffen ausgesprochen.


«Es gibt keine Rechtfertigung, Atomwaffen zu verwenden», sagt Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Weltkirchenrates, in einer Medienmitteilung vom 22. Januar. «Im Namen der Menschheit muss klargestellt werden, dass es keinen moralischen Grund gibt, die Waffen zu behalten und uns gegenseitig damit zu drohen.»

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates richtet seine Botschaft direkt an die Teilnehmer des WEFs, das vom 23. bis zum 26. Januar in Davos stattfindet. Tveit selber wird ebenfalls am WEF teilnehmen.

Neuen moralischen Standard schaffen

Laut Tveit sei das Risiko sehr gross, dass nukleare Waffen wegen eines Fehlers oder einer unverantwortlichen Person abgefeuert würden. Es sei deshalb Zeit, den Besitz und die Verwendung von Atomwaffen als Sünde zu bezeichnen. «Atomwaffen wurden erfunden, um ganze Städte, jeden Mann, jede Frau, jedes Kind und jede lebende Kreatur zu zerstören.»

Gemäss Tveit können die Nationen der Welt einen neuen ethischen und moralischen Standard gegen Kernwaffen schaffen. Dies dank des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen, der vergangenes Jahr von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. 122 Nationen haben den Vertrag unterzeichnet. Jedoch nicht die neun bekannten Atommächte, darunter die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich. (bat)