Nach Anschlag in Kairo: Weltkirchenrat fordert Schutz für Christen

Nach dem Anschlag auf koptische Christen in Ägypten fordert der Weltkirchenrat einen besseren Schutz für die religiöse Minderheit.

Die Explosion ereignete sich in der Petruskirche (ganz rechts im Bild), welche zum Gebäudekomplex der koptischen Kathedrale St. Markus gehört. Patriarch Tawadros II., das Oberhaupt der koptischen Kirche, hat hier seinen Sitz. (Bild: Roland Unger/Wikimedia)

Das Massaker zeige, wie stark Christen in Ägypten und im ganzen Nahen Osten bedroht seien, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit, am Sonntagabend in Genf. Auch der Jüdische Weltkongress verurteilte den Anschlag in Kairo, bei dem am Sonntagmorgen mindestens 25 Menschen getötet worden waren.

ÖRK-Generalsekretär Tveit erinnerte daran, dass Kopten in den vergangenen Jahren in Ägypten mehrmals das Ziel von Gewalttätern gewesen seien. Er bezeichnete die Getöteten als «Märtyrer für ihren Glauben».

«Ein Angriff auf uns alle»

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sprach von einem «barbarischen Akt». «Der Angriff auf christliche Gläubige in einer Kirche in Kairo ist nicht nur ein Angriff auf Christen, er ist ein Angriff auf uns alle», erklärte Lauder in New York. Die ägyptischen Behörden müssten alles tun, um weiteres Blutvergiessen zu verhindern und Gebetsstätten zu schützen.

Bei einem der bislang schwersten Anschläge auf koptische Christen in Ägypten wurden mindestens 25 Menschen getötet. Die Explosion ereignete sich am Sonntagmorgen im Kairoer Stadtteil Abbassija nahe der bekannten koptischen Markus-Kathedrale. Eine Bombe detonierte in der anliegenden Kirche von Sankt Peter und Sankt Paul.

Solidarität mit christlicher Minderheit

Etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Ägypter sind koptische Christen. Papst Franziskus hatte beim Angelusgebet am Sonntag Solidarität mit der christlichen Minderheit in dem Land bekundet. «Ich bete für die Toten und Verletzten», sagte er auf dem Petersplatz in Rom. Der wichtigste Vertreter der Sunniten in Ägypten und Gross-Imam der berühmten Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte den Anschlag auf die Christen am Sonntag als «schweres Verbrechen gegen alle Ägypter». (epd)