Weltgebetstag wegen Thema Palästina in der Kritik
Infolge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel gibt es zunehmend Kritik am Weltgebetstag der Frauen am 1. März kommenden Jahres, der von Frauen aus Palästina vorbereitet wird. Die Texte und Bilder der Materialien «dämonisieren Israel», schrieb der Bochumer evangelische Theologieprofessor Günter Thomas an die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, und die EKD-Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich. Die EKD, die sich ab Sonntag in Ulm zur Synode trifft, müsse darauf hinwirken, dass die Materialien für den Weltgebetstag zurückgezogen und grundlegend überarbeitet werden.
Zuvor hatte bereits der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich Jüdische Zusammenarbeit (DKR) die Organisatorinnen des Weltgebetstages aufgefordert, das bisherige Material zurückzuziehen und die Texte für den Weltgebetstag 2024 so zu überarbeiten, dass sie den Opfern des Hamas-Israel-Krieges gerecht werden. Das bekannt gewordene Material enthalte «falsche und tendenziös politische Aussagen, die im Zusammenhang als antisemitisch zu klassifizieren sind».
Das deutsche Weltgebetstags-Komitee hat bereits angekündigt, die Materialien zu überarbeiten. «Tatsächlich braucht die Gottesdienstordnung eine Aktualisierung, eine Hinführung oder ein weiteres Vorwort etwa. Wir hoffen auf eine solche Aktualisierung durch das palästinensische Komitee», hiess es.
In mehr als 150 Ländern – so auch in der Schweiz – wird am ersten Freitag im März mit ökumenischen Gottesdiensten der Weltgebetstag gefeiert. Die Liturgie kommt immer aus einem anderen Land. Der Weltgebetstag wurde von christlichen Frauen gegründet, aber inzwischen feiern auch Männer mit. Die Idee zu der inzwischen weltgrössten ökumenischen Basisbewegung von Frauen stammt aus den USA, wo sich Christinnen 1887 erstmals zu einem Weltgebetstag versammelten. (epd/ eba)