Krieg in der Ukraine

Weihnachten früher als üblich feiern

Pfarreien der Orthodoxen Kirche der Ukraine dürfen ihre Weihnachtsmessen bereits am 25. Dezember statt wie bisher am 7. Januar feiern. Mit dieser Entscheidung will sich die Kirche weiter von Russland abgrenzen.

Bisher haben die orthodoxen Kirchen in der Ukraine Weihnachten am 7. Januar gefeiert – nach dem Julianischen Kalender aus dem 16. Jahrhundert, der um 13 Tage vom Gregorianischen Kalender versetzt ist.

Das könnte sich schrittweise ändern, wie verschiedene Medien berichtet haben. Die Leitung der Orthodoxen Kirche der Ukraine möchte wissen, wie gross das Bedürfnis ihrer Mitglieder nach einer Weihnachtsfeier am 25. Dezember ist. Sie hat deshalb erlaubt, dass Kirchgemeinden die Weihnachtsmesse an diesem Datum feiern. Tun sie das, müssen sie jedoch erfassen, wie viele ihrer Mitglieder die Messe besuchen.

Während der orthodoxe ökumenische Patriarchat von Konstantinopel und die orthodoxen Kirchen von Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Zypern, Alexandrien und Antiochien Weihnachten schon seit über 100 Jahren am 25. Dezember feiern, folgen die orthodoxen Kirchen Russlands, Serbiens und Georgiens dem Julianischen Kalender.

Bereits letztes Jahr hat sich das Kirchenoberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine für einen Wechsel des Datums ausgesprochen. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dürfte den Prozess aber beschleunigt haben.

In der Ukraine gibt es mehrere Orthodoxe Kirchen. Die orthodoxe Kirche der Ukraine ist die grösste davon und eigenständig. Die Ukrainisch-orthodoxe Kirche der Ukraine hingegen unterstand bis vor wenigen Monaten noch der Russisch-orthodoxen Kirche. Aufgrund des Kriegs hat sie sich aber im Mai von ihr losgesagt. (pef)