Warum Schröder die Formel «So wahr mir Gott helfe» nie sprach

Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat Zweifel an Glaube und Religion eingeräumt. «Ja, ich bin Mitglied der Kirche. Nein, ich bin nicht fest im Glauben», sagte er am Sonntag in einer «Bürgerpredigt» in der evangelischen Marktkirche in Hannover.

Sprach auf der «Bürgerkanzel» über Glaube und Zweifel: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD. Bild: Wikimedia/Campus Symposium GmbH

Er sei in Glaubensdingen ein Suchender, ihm selbst fehle das Gottvertrauen. «Ich bin mit dieser Frage nicht fertig, und wahrscheinlich werde ich damit nie fertig.» Deswegen habe er bei seiner Vereidigung zum Kanzler 1998 und 2002 auf die Formel «So wahr mir Gott helfe» verzichtet. «Und trotz meiner Zweifel bin ich ein überzeugtes Mitglied der Kirche», betonte Schröder vor rund 800 Menschen auf der Kanzel der voll besetzten Marktkirche. «Denn es tut gut, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich an einem festen Wertekanon orientiert.» Er könne gut damit leben, dass Glaube und Zweifel zusammengehörten. Die Marktkirche bittet zweimal im Jahr Prominente auf die «Bürgerkanzel», um einen Bibeltext auszulegen.