Ein laizistischer Staat sei kein antireligiöser, antiklerikaler oder gar atheistischer Staat, sagten Barbara Lanthemann und Valentin Abgottspon, Co-Präsidenten des Initiativkomitees, an einer Medienkonferenz in Sitten. In ihren Augen soll sich der Staat um die Bürger kümmern, die Kirche um die Gläubigen. Es brauche deshalb eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat.
Die Initianten begründen dies zum einen damit, dass die Zahl der konfessionslosen Menschen ansteigt. Zum anderen habe die Migration zur Folge, dass die Gesellschaft auch religiös vielfältiger geworden sei. Ein demokratischer, säkularer Staat garantiere die Gleichberechtigung aller, unabhängig davon, ob sie religiös seien oder nicht.
Religionsunterricht ausserhalb der Schule
Konkret soll der laizistische Staat nicht mehr alle Steuerzahler dazu zwingen, für die Finanzierung der beiden anerkannten Landeskirchen aufzukommen. Ausserdem sollen sich künftig die einzelnen Kirchen statt die öffentlichen Schulen um den Religionsunterricht kümmern.
Der laizistische Staat würde zudem keinerlei religiösen Symbole in öffentlichen Gebäuden mehr zulassen, so zum Beispiel in Schulen, Spitälern, Parlamenten oder Gerichten. Der Lehrer und Mitinitiant Abgottspon hätte somit 2010 in der Gemeinde Stalden nicht ohne Vorankündigung entlassen werden können, nur weil er das Kruzifix in seinem Schulzimmer nicht an der Wand haben wollte. Den einzelnen Individuen werde es hingegen nicht verboten sein, religiöse Zeichen zu tragen und ihre Religion zu praktizieren, wurde präzisiert.
Ob das Begehren im stark katholisch geprägten Wallis eine Chance hat, ist allerdings mehr als fraglich. Die CVP des Unterwallis kündigte am Dienstag jedenfalls an, dass sie das Ansinnen mit aller Kraft bekämpfen werde. Die Initiative sei «antichristlich» und «schädige die Geschichte und Kultur des Wallis».