Uno warnt vor Hungersnot und Dürre in Somalia

Terrorismus und politische Krisen haben Somalia an den Rand des Abgrunds geführt. Nun zeichnet sich eine weitere Katastrophe ab: Laut Regierung und Vereinten Nationen ist das Land von einer schweren Hungersnot bedroht.

Millionen von Menschen könnten im krisengeschüttelten Somalia schon bald nicht mehr genug zu essen haben. Mehr als 80 Prozent des Landes seien derzeit von einer mittleren bis schweren Dürre betroffen, erklärten die Regierung Somalias und die Vereinten Nationen in dem ostafrikanischen Land in einer gemeinsamen Mitteilung am Sonntag.

«Somalia erlebt ein zyklusartiges Dürre-Muster alle fünf bis sechs Jahre und das Ausbleiben von Regen bisher weist auf eine Katastrophe hin», warnte Somalias Minister für humanitäre Angelegenheiten, Khadija Diriye. Die humanitären Einrichtungen gehen von einem Bedarf von etwa 900 Millionen Euro aus, um vier Millionen Menschen in Not zu helfen.

Das seit Jahrzehnten völlig zerrüttete Land am Horn von Afrika befindet sich aktuell in einer schweren politischen Krise, leidet immer wieder unter terroristischen Anschlägen sowie unter der Corona-Pandemie.

Mehrere Tote bei Schiessereien

Auch am Wochenende ist es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. In Somalias Hauptstadt Mogadischu sind laut Medienberichten mindestens vier Menschen bei Schiessereien ums Leben gekommen. Die Kämpfe fanden zwischen Sicherheitskräften, Milizengruppen und persönlichen Beschützern des Oppositionellen Abdishakur Warsame statt.

Ein weiterer Oppositioneller, der frühere Präsident Hassan Sheikh Mohamud, schloss sich mit einem früheren Warlord zusammen, um sich im Norden der Stadt in Stellung zu bringen. Mohamud wird von einer Fraktion der somalischen Armee unterstützt, die sich abspaltete, nachdem der amtierende Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo am 12. April seine Amtszeit durch ein neues Wahlgesetz um zwei Jahre verlängert hatte. Farmajos Amtszeit war im Februar abgelaufen, die Wahlen aber aufgrund von Streit etwa um Wahlprozedere verschoben worden. Unter anderem die EU hatte die Entscheidung kritisiert.

Farmajo beschuldigt die Opposition, das Land entlang ethnischer Linien spalten zu wollen. Die Opposition dagegen wirft Farmajo vor, seine Macht durch eine illegitime Regierung zementieren zu wollen. (sda/dpa/no)