Unbekannte schänden mehr als 100 jüdische Gräber

Im Elsass wurden auf einem jüdischen Friedhof Gräber mit antisemitischen Schriften beschmiert. Es ist nicht der erste Vorfall in der Gegend.


Auf 107 Grabstätten des Friedhofs Westhoffen, rund 25 Kilometer von Strassburg entfernt, seien antisemitische Inschriften gefunden worden, teilte die Präfektur Bas-Rhin am 3. Dezember mit. Auch auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Schaffhouse-sur-Zorn seien antisemitische Graffiti entdeckt worden. Wie viele Gräber dort betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Die Präfektur verurteilte die Schändung der Gräber und sagte der jüdischen Gemeinde ihre Unterstützung zu. Die feigen Handlungen des Hasses dürften nicht das Zusammenleben der Gesellschaft in Frage stellen, hiess es in einem Statement. Die Welle der antisemitischen, rassistischen und migrantenfeindlichen Handlungen, die die Region in den vergangenen Monaten getroffen habe, müsse bekämpft werden.

Hakenkreuze auf Gräber

Die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik, schrieb Innenminister Christophe Castaner auf Twitter. Es werde alles getan, damit diese nicht ungestraft blieben. Die Gendarmerie sei im Einsatz, um die Täter zu finden, so Castaner.

Die neuen Schmierereien reihen sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle im Elsass ein, die bereits Anfang des Jahres in Frankreich für Empörung gesorgt hatten. Auf dem jüdischen Friedhof von Quatzenheim, nordwestlich von Strassburg, hatten Unbekannte im Februar rund 80 Gräber mit Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Staatschef Emmanuel Macron besuchte nach dem Vorfall die kleine Gemeinde.

Im März wurden das Eingangsportal und eine Seitenwand einer ehemaligen Synagoge in der Gemeinde Mommenheim in Rheinland-Pfalz ebenfalls mit Hakenkreuzen bemalt. Die Vorfälle lösten eine Debatte über zunehmenden Antisemitismus in Frankreich aus. (sda/bat)