Seit Wochen streiten die EU-Staaten um die Aufnahme von Flüchtlingen. Das solle endlich enden; das Flüchtlingshilfswerk UNHCR biete dafür seine Unterstützung an: «Wir sind bereit, gemeinsam mit den europäischen Staaten eine Lösung zu entwickeln, die sowohl realistisch als auch prinzipientreu ist», sagte Filippo Grandi, UN-Hochkommissar für Flüchtlinge. Die Lösung müsse auf Solidarität und Zusammenarbeit fussen und auch sicherstellen, dass Menschen in Seenot gerettet und an Land gebracht würden.
Grandi verwies auf Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer, denen das Anlaufen europäischer Häfen verweigert werde. Solche Ereignisse gefährdeten sowohl das Leben der Betroffenen als auch die internationalen Übereinkommen über Seenotrettung, betonte der UN-Hochkommissar.
Mangelnde Bereitschaft reicher Länder
Grandi sagte auch, diejenigen Menschen müssten zurückkehren, die keine Flüchtlinge seien oder keinen anderweitigen Aufenthaltstitel hätten. Die internationalen und europäischen Asylstandards müssten eingehalten werden. Er kritisierte die mangelnde Bereitschaft der reichen Länder, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge wie alleinstehende Schwangere dauerhaft aufzunehmen.
Im nächsten Jahr müssten nach Berechnungen des UNHCR rund 1,4 Millionen dieser Flüchtlinge umgesiedelt werden. Es stünden aber viel zu wenige Plätze bereit, im vergangenen Jahr seien es nur 75’000 gewesen. Deutschland übernahm in Genf turnusmässig den Vorsitz über die internationale Umsiedlungs-Konferenz beim UNHCR, die Lösungen für die schutzbedürftigen Flüchtlinge sucht. (epd/bat)