Über 170’000 Mal klingelte das Telefon der Dargebotenen Hand

Gespräche bleiben das zentrale Angebot der Dargebotenen Hand, doch die Nachfrage online wächst. Meist melden sich dort jüngere Menschen und Suizid ist häufiger ein Thema.


Die Dargebotene Hand verzeichnet für das Jahr 2017 eine leichte Zunahme bei den Telefonberatungen. Über 170‘000 Telefongespräche verzeichnete die Organisation laut einer Mitteilung vom 5. Februar. Diese haben gegenüber dem Vorjahr um rund 3 Prozent zugenommen.

Deutlicher ist die Zunahme jedoch bei den Onlineberatungen. Dort haben die Kontakte um fast 15 Prozent zugenommen. Allerdings ist der Online-Anteil mit 6’158 Kontakten deutlich kleiner als die Anzahl Telefonate. Doch er wächst.

Die Regionalstellen können gemäss Mitteilung längst nicht alle Chat-Anfragen bewältigen. Entsprechend wolle die Dargebotene Hand in den kommenden Jahren ihr Online-Angebot stärken, bestätigt Geschäftsführer Franco Baumgartner gegenüber ref.ch.

Tabu-Themen häufiger online

Die Onlineberatung, die aus Mail- und Chatkontakten besteht, werde von deutlich jüngeren Menschen genutzt als das traditionelle Telefonangebot, schreibt die Organisation in ihrer Mitteilung.  Ausserdem würden tabuisierte Themen wie Suizid online eher angesprochen. Das habe durchaus auch mit der Anonymität des Mediums zu tun, sagt Baumgartner.

Laut Medienmitteilungen spielte in den Telefongesprächen Suizid in rund 1,5 Prozent mehr oder weniger eine Rolle. «Am Telefon wird allerdings nicht grundsätzlich seltener über Suizid gesprochen als online», sagt Baumgartner. «Wir sprechen mit den Hilfesuchenden über eine breite Palette an Themen. Bei rund 170‘000 Gesprächen fallen dann die Suizidgespräche statistisch weniger ins Gewicht», erklärt Baumgartner.

Nach wie vor gibt es auf Facebook die Möglichkeit, an suizidgefährdete Menschen in der Schweiz eine Mail zu schicken, die zum Gespräch mit der Dargebotenen Hand einlädt. Facebook führte die Funktion 2012 ein. 2013 hatten jedoch nur 27 User diese Einladung verschickt, wie die Dargebotene Hand damals meldete. Unterdessen informiere Facebook aber nicht mehr über die Zahlen, sagt Baumgartner.  (pd)