Dargebotene Hand: Lebensmüde suchen Hilfe im Internet

Die freiwilligen Mitarbeitenden der Dargebotenen Hand Zürich haben im letzten Jahr 22'355 Gespräche mit Hilfesuchenden geführt. Das sind etwa 1500 weniger als im Jahr zuvor. Rund drei Viertel der Kosten tragen die Landeskirchen.

Im Internet sich jemandem anzuvertrauen sei für lebensmüde Menschen einfacher, heisst es im Jahresbericht der Dargebotenen Hand. Im Bild: Der Auftritt der Organisation bei Facebook. (Bild: Screenshot Facebook)

Jede fünfte anrufende Person litt unter psychischen Problemen. 1118 Personen hatten online über www.143.ch Kontakt zu der Beratungsstelle. 16’964 Frauen und 5391 Männer haben im Jahr 2014 über die Telefonnummer 143 Rat gesucht. Alltagsbewältigung, psychische Leiden und Einsamkeit waren die Themen, die sowohl Frauen wie Männer am stärksten beschäftigen, wie dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen ist. Auf dem vierten Platz der Themen-Rangliste folgt bei den Frauen Familie und Erziehung, bei den Männern Arbeit und Ausbildung. Als nächstes folgt bei den weiblichen Anrufenden das Thema Beziehung, bei den männlichen sind es Existenzprobleme. Auch übers Internet haben per E-Mail oder Chat am meisten Menschen mit psychischen Leiden Kontakt gesucht. Bereits an zweiter Stelle folgt das Thema Suizidalität, das bei der telefonischen Beratung nur relativ selten angesprochen wird (11. Stelle). Offenbar sei es für lebensmüde Menschen im Internet einfacher, sich jemandem anzuvertrauen, heisst es im Jahresbericht. Der Kontakt im Internet biete noch stärker als am Telefon die Anonymität, die es manchmal brauche, um ein Anliegen zu formulieren.

Landeskirchen finanzieren die Dargebotene Hand

Für die Dargebotene Hand Zürich arbeiten 65 Frauen und 25 Männer als freiwillige Mitarbeitende. Die Freiwilligen und Vorstandsmitglieder leisteten zusammen 16’000 Arbeitsstunden. Das Angestellten-Team besteht aus fünf Personen. Knapp drei Viertel der Kosten wurden von den Landeskirchen, den Kirchgemeinden und Pfarreien abgedeckt. Unterstützt wird der gemeinnützige Verein auch von etwa 1000 privaten Spenderinnen und Spendern, Firmen, Frauenvereinen, Institutionen und Stiftungen. Die Jahresrechnung 2014 schloss bei einem Betriebsaufwand von knapp 900’000 Franken mit einem kleinen Gewinn von 8238 Franken. (sda)