Theologinnen fordern mehr feministische Reformation

Die «Interessengemeinschaft Feministische Theologinnen» ruft in einer Stellungnahme zu mehr Engagement für eine geschlechtergerechte Kirche und eine feministische Reformation auf. Zudem wehrt sie sich gegen eine konservative Vereinnahmung christlicher Werte.

Ausschnitt aus dem im März publizierten Comic «Let's talk about gender».
Ausschnitt aus dem im März publizierten Comic «Let's talk about gender». (Bild: Kati Rickenbach)

In ihrer Mitteilung «Feministische Reformation? Anstösse für die Zukunft» vom 14. Juni fordern die Feministischen Theologinnen die Kirchen dazu auf, das Reformationsjubiläum als Anlass zu nehmen, sich weiter für «inklusive und gleichberechtigte Gemeinschaften» einzusetzen. Für die reformierten Kirchen bedeute dies, dass die zunehmende Zahl von Pfarrerinnen als positive Entwicklung geschätzt werde. Durch die Förderung familienfreundlicher Arbeitsstrukturen könne diese Entwicklung weiter unterstützt werden.

Gegen eine konservative Vereinnahmung

Zudem wenden sich die Autorinnen gegen eine «Vereinnahmung christlicher Rede durch konservative Kreise», wie es etwa mit dem Begriff der «christlichen Werte des Abendlandes» geschehe. Ebenso stelle man sich gegen die «Verunglimpfung» des Gender-Begriffes als «Genderismus», heisst es weiter. Vor wenigen Monaten publizierte die Interessengemeinschaft deshalb die Broschüre «Let’s talk about gender», die sich an kirchliche Kreise richtet.

Die «IG Feministische Theologinnen der deutschen Schweiz und Liechtensteins» wurde 1991 gegründet und versteht sich als ökumenisches Forum für feministische Theologie. Sie dient der Vernetzung feministischer Theologinnen und verfolgt das Ziel, die Anliegen feministischer Theologie in den Kirchen und in der Gesellschaft zu vertreten.

 

Zur Stellungnahme der «IG Feministische Theologinnen»