Textilien: SBB wollen soziale Kriterien stärker beachten

Eine Petition von Fastenopfer und Brot für alle zeigt Wirkung: Die SBB wollen zwar nicht der Fair Wear Foundation (FWF) beitreten, doch sie anerkennen die strengen Anforderungen der Non-Profit-Organisation und wollen beim Einkauf von Textilien stärker auf Arbeitsbedingungen und soziale Kriterien achten.

Jacqueline Klaiss Brons, SBB-Leiterin Beschaffung, und Kathrin Amacker, SBB-Leiterin Kommunikation, erhalten die Unterschriften von Miges Baumann, Brot für alle, und Patrick Renz, Fastenopfer.
Jacqueline Klaiss Brons, SBB-Leiterin Beschaffung, und Kathrin Amacker, SBB-Leiterin Kommunikation, erhalten die Unterschriften von Miges Baumann, Brot für alle, und Patrick Renz, Fastenopfer. (Bild: Brot für alle/Monika Flückiger

18‘000 Personen hatten die Petition unterzeichnet, die die Hilfswerke im Rahmen der diesjährigen ökumenischen Fastenkampagne lancierten. Mit der Bittschrift forderten die Hilfswerke die SBB auf, sich stärker für faire Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion einzusetzen, indem sie sich der FWF anschliessen.

Soweit kommt es nun nicht. Die Konzernleitung der SBB habe den Hilfswerken gesagt, man wolle im Moment nicht der Organisation beitreten. Die SBB sind gemäss Mitteilung bereits Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI), die von Modemarken und Grosseinkäufern von Textilien getragen wird. Damit verpflichten sie sich, bei ihren Lieferanten Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen und Löhnen einzufordern. Es erfolge aber keine unabhängige Kontrolle, und Resultate müssten nicht veröffentlicht werden.

Im Vergleich dazu setze die FWF strengere Anforderungen, schreiben die Hilfswerke. Die Organisation beziehe sowohl Unternehmen, als auch Belegschaft und Gewerkschaften gleichermassen in die Kontrollverfahren ein. Die Absage der SBB ist aus Sicht der Hilfswerke deshalb eine «leise Enttäuschung», heisst es in der Mitteilung der Hilfswerke. Dennoch werten sie die Petition als Erfolg. (kipa)