Terroranschlag in Sydney

«Hass darf keinen Platz haben»

Australien trauert um die Opfer des Anschlags auf eine Chanukka-Feier in Sydney. In den sozialen Netzwerken bekunden Kirchenvertreter ihre Solidarität und ihr Mitgefühl.
Eine Frau betrauert die Opfer des antisemitischen Terroranschlags in Sydney. (Bild: Ma Ping / Keystone)

Weltweit ist das Entsetzen über den terroristischen Anschlag auf ein Chanukka-Fest in Sydney riesig. Auch in der Schweiz zeigen sich Religionsgemeinschaften bestürzt über die Gewalt.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) schreiben auf Facebook: «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und der jüdischen Gemeinschaft in Australien».

Weiter heisst es in der Stellungnahme, der Anschlag zeige «auf tragische Weise, wie präsent antisemitischer Hass und seine schrecklichen gewaltvollen Folgen weiterhin sind». Umso wichtiger seien nun Solidarität, der Schutz jüdischen Lebens und klare gesellschaftliche Zeichen gegen Antisemitismus und Gewalt. «Hass darf keinen Platz haben – weder in Australien noch in der Schweiz oder anderswo», schreiben die beiden Organisationen.

Rita Famos: «Angriff auf das Zusammenleben»

Auch die Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), Rita Famos, drückte in den sozialen Netzwerken ihr Mitgefühl für Opfer und Angehörige aus. Sie schreibt: «Gewalt aus Hass trifft nie nur einzelne Menschen oder Gemeinschaften. Sie greift das friedliche Zusammenleben insgesamt an. Umso wichtiger ist es, dass wir Antisemitismus, Rassismus und jede Form von religiös oder politisch motivierter Gewalt klar benennen und ihnen entschieden entgegentreten».

Jerry Pillay: «Beunruhigenden Zunahme von Antisemitismus»

Bestürzt zeigten sich auch Kirchenvertreterinnen und -vertreter in Deutschland. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sprach von einem «abscheulichen Anschlag» auf die jüdische Gemeinde in Australien. «In aller Schärfe verurteilen wir als evangelische Kirche jegliche Form von Antisemitismus – heute und in Zukunft. Und wir beten in tiefer Verbundenheit für all jene, die heute am Bondi Beach ihr Leben verloren, für ihre Angehörigen und die schnelle Genesung der Verletzten.»

Eine Stellungnahme veröffentlichte auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK). Darin verurteilte Generalsekretär Jerry Pillay den Terroranschlag. «Es ist besonders erschütternd und inakzeptabel, dass sich dieser Vorfall gerade zu Beginn von Chanukka ereignet hat, einem Fest, das Licht, Glauben und die Widerstandsfähigkeit einer Gemeinschaft angesichts von Widrigkeiten symbolisiert».

Pillay wies darauf hin, dass der Anschlag «Teil einer beunruhigenden weltweiten Zunahme antisemitischer Handlungen ist, die einen unverhohlenen gewalttätigen Hass darstellen und die Sicherheit von Gemeinschaften gefährden, die seit Jahrzehnten friedlich in multikulturellen Gesellschaften leben».

Holocaust-Überlebender soll unter Opfern sein

Bei dem Anschlag auf eine Chanukka-Feier am Bondi-Beach in Sydney hatten Täter am Sonntag das Feuer auf die Menschen eröffnet (ref.ch berichtete). Jüngsten Angaben zufolge sind dabei 16 Menschen getötet und mindestens 40 verletzt worden. Laut Informationen der Jerusalem Post und anderer Medien ist auch der Holocaust-Überlebende Alex Kleytman unter den Toten.

Bei den beiden Tätern handelte sich um Vater und Sohn. Der 50-jährige Vater wurde von Einsatzkräften am Tatort erschossen, der 24-jährige Sohn wurde festgenommen und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Laut dem australischen Premierminister Anthony Albanese wurde der Sohn bereits vor sechs Jahren vom australischen Inlandsgeheimdienst untersucht. Er stand im Verdacht, Verbindungen zu einer in Sydney ansässigen Zelle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu haben. Im Fahrzeug der beiden Schützen sollen laut Ermittlern IS-Flaggen gefunden worden sein.

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