Tausende Frauen protestieren vor Ultraorthodoxen
Mit Protestschildern und israelischen Flaggen zogen am Donnerstagabend tausende israelische Frauen durch die Strassen von Bnei Brak. Sie forderten den Erhalt von Frauenrechten. Im strengreligiösen Tel Aviver Vorort leben überwiegend ultra-orthodoxe Juden.
Vereinzelt kam es zu kleineren Konfrontationen, wie israelische Medien berichteten. Dutzende Einwohner versammelten sich demnach für eine Gegendemonstration.
Die Veranstalterinnen des Frauenprotests warfen der rechts-religiösen Regierung vor, sie wolle mithilfe einer umstrittenen Justizreform «den liberalen Charakter Israels verändern und es in ein religiöseres, diskriminierendes, ungleiches Land verwandeln» Dies zeige sich unter anderem in «Initiativen für Geschlechtertrennung und der Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Raum».
In den vergangenen Wochen gab es mehrfach Berichte über Versuche, Frauen in Israel im öffentlichen Raum einzuschränken. Ein Busfahrer verwies Medienberichten zufolge etwa in der Stadt Aschdod eine Gruppe weiblicher Teenager in den hinteren Teil eines Busses und gab ihnen Decken, um sich zu bedecken. Bei einem weiteren überlieferten Vorfall wurde einer Frau der Zutritt zu einem Bus komplett verwehrt. Der rechts-religiöse Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich allerdings nach öffentlichem Druck klar dagegen ausgesprochen. (sda/ eba)