Synode BS: Resolution zu Berufungsverfahren klar überwiesen

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (ERK BS) hat auf ihrer Frühjahrssitzung am 25. Juni die Resolution «Beziehungen der ERK BS zur Theologischen Fakultät» mit 45 gegen 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen überwiesen. Vorausgegangen war ein Konflikt um die Neubesetzung des Lehrstuhls für Neues Testament.

Resolutions-Mitautor Adrian Portmann äussert sich an der Synode zu deren Inhalt: Es gehe nicht an, dass der Kirchenrat über die Medien Einfluss auf die Arbeit einer universitären Berufungskommission hätten. Bild: Marianne Weymann

In der Resolution, die neben den Initianten Adrian Portmann und Luzius Müller von 23 weiteren Synodalen unterzeichnet wurde, heisst es, die Synode bedaure, dass «in der letzten Zeit, insbesondere im Zusammenhang der Medienberichterstattung über das Berufungsverfahren für die Professur für Neues Testament in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sein sollte, die Reformierte Kirche Basel-Stadt distanziere sich von der Theologischen Fakultät». Der Kirchenrat werde deswegen aufgefordert «alles zu unternehmen, um die traditionell guten Beziehungen zwischen Kirche und Fakultät nicht zu gefährden, sondern konstruktiv weiterzuentwickeln».

Im Rahmen des Berufungsverfahren für die Nachfolge des Neutestamentlers Ekkehard Stegemann war in den Medien mehrfach von Protesten des Kirchenratspräsident Lukas Kundert berichtet worden. Kundert, der neben dem Kirchenratspräsidium eine Titularprofessur für Neues Testament innehat, beklagte darin, dass im Auswahlverfahren Reformierte, Frauen und Schweizer benachteiligt worden seien. Ähnlich äusserte sich der scheidende Professor Stegemann, dessen Schüler Kundert ist.

Kein Maulkorb für den Kirchenrat, aber auch kein Freipass für mediale Einflussnahme

«Kirchliche Stellungsnahmen dürfen nicht den Eindruck erwecken, die Kirche würde sich in ein universitäres Berufungsverfahren einmischen und dabei der konfessionellen und nationalen Herkunft der Dozierenden grösseres Gewicht beimessen als ihrer wissenschaftlichen und didaktischen Qualifikation», hält dagegen die Resolution fest.

Vor der Synode erklärte Portmann, dabei handele es sich keinesfalls «um einen Maulkorb für den Kirchenrat». Aber es gehe nicht an, dass die Kirchenleitung über die Medien Einfluss auf die Arbeit einer universitären Berufungskommission hätten. Geschlecht, Nationalität und Konfession seien zwar wichtige Kriterien für die Auswahl, aber nicht die einzigen. Unipfarrer Luzius Müller wies darauf hin, dass die Mehrheit der Studierenden an der theologischen Fakultät mit der Auswahl der Berufungskommission «sehr zufrieden» und von der Kritik in den Medien «frustriert» seien.

Kundert, der zurzeit im Ausland weilt, hat der Synode auf mehreren Seiten «seine Sicht der Dinge» mitgeteilt. «Ich habe den Eindruck, dass diese Resolution einseitig meine Person im Blick und mich vorverurteilt hat», schreibt er dort. Auch die «Basellandschaftlichen Zeitung» vom 19. Juni berichtete, Kundert solle wegen seines Verhaltens von der Synode «abgestraft» werden. An der Sitzung wehrten sich mehrere Befürworter der Resolution gegen diesen Eindruck. Es gehe nicht um eine Person, sondern um die Sache. Deshalb würden im Text der Resolution auch keine Namen genannt.

Jahresrechnung 2013 mit Überschuss

Weiter genehmigte das Kirchenparlament die Rechnung 2013 mit einem Jahrüberschuss von 743’000 Franken und stimmte dem Jahresabschluss der Bau- und Vermögensverwaltung für das vergangene Jahr und der vom Kirchenrat vorgeschlagenen Zuteilung der für Mission, Entwicklungs- und Flüchtlingshilfe budgetierten Mittel für 2014 zu. Alle weiteren Geschäfte sind in der Medienmitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt zu finden (siehe unten).

 

Resolution zu «Beziehungen der ERK BS zur Theologischen Fakultät» (985 kB, 1 Seite)

Antwort auf die Resolution von Kirchenratspräsident Lukas Kundert (4,1 Mbyte, 5 Seiten)

Medienmitteilung zur Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (985 kB, 1 Seite)