Klimawandel

Studie hält «Kehrtwende» für nachhaltige Welt für machbar

Eine Forschergruppe unter Beteiligung des Club of Rome fordert eine Kehrtwende in der internationalen Wirtschafts- und Klimapolitik. Damit soll der Menschheit angesichts des Klimawandels und globaler Ungleichheit eine lebenswerte Zukunft gesichert werden.

«Wir stehen am Scheideweg», erklärte Jorgen Randers, einer der Autoren der am Dienstag vorgestellten Studie «Ein Survivalguide für unseren Planeten». Der «Survivalguide» ist ein Teil der vom Club of Rome gestartete Initiative «Earth4All».

Die Menschheit lege derzeit die Saat für den «Zusammenbruch» ganzer Weltregionen. Ein Beibehalten des bestehenden Wirtschaftssystems werde «Spannungen verstärken und den Wohlstand verringern», erklärte der emeritierte norwegische Professor für Klimastrategie Randers.

Als Lösung schlagen er und die weiteren Autoren fünf «Kehrtwenden» vor, die unter anderem eine Überwindung der Armut durch eine Reform des internationalen Finanzsystems und eine Umstellung auf saubere Energie mit dem Erreichen der Klimaneutralität bis 2050 beinhalten.

Umbau sei dringend

Es gehe darum, «eine Wirtschaft aufzubauen, die innerhalb der planetarischen Grenzen funktioniert», erklärte Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und einer der Mitautoren des Buchs. Der Umbau müsse noch in diesem Jahrzehnt beginnen.

Zu den Vorschlägen gehören Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Höhe von einer Billion Dollar pro Jahr und höhere Steuern für die wohlhabendsten Bürger zum Abbau von Ungleichheit. Ein Bürgerfonds soll zudem mehr Menschen am Reichtum der jeweiligen Länder teilhaben lassen.

Wohlstand könnte um 40 Prozent sinken

Würden die nötigen Veränderungen nicht angestossen, droht laut den Autoren ein Szenario, bei dem sich die Erde bis 2100 um rund 2,5 Grad erwärmen würde. Die ärmeren Länder wären extremsten Bedingungen ausgesetzt und der Wohlstand bis Mitte des Jahrhunderts sänke weltweit «um durchschnittlich 40 Prozent gegenüber den 2020er-Jahren».

Neben dem Club of Rome waren am «Survivalguide für unseren Planeten» das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die gemeinnützige schwedische Forschungseinrichtung Stockholm Resilience Centre und die private norwegische Wirtschaftshochschule Norwegian Business School beteiligt.

Der Club of Rome hatte 1972 die viel beachtete Studie «Die Grenzen des Wachstums» veröffentlicht. Die Analyse hatte bereits damals vor enormen wirtschaftlichen Turbulenzen im 21. Jahrhundert gewarnt, sollte die Gesellschaft insbesondere bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen nicht umsteuern. (sda/bat)