St. Galler Kirchenrat muss über die Bücher
An der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen vom 28. Juni sorgte vor allem ein Traktandum für Gesprächsstoff: das Konzept «Junge Menschen in der Kirche». In der St. Galler Kirchenordnung sind Angebote wie Schule, Kinder- und Jugendarbeit oder Konfirmandenunterricht bislang separat behandelt worden. Mit dem Konzept soll diese Arbeit nun so etwas wie einen roten Faden bekommen. So werden darin unter anderem Ziele und Handlungsfelder für die einzelnen Altersstufen definiert.
Hintergrund ist unter anderem der Entscheid der St. Galler Kantonsregierung, ab dem kommenden Schuljahr das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) nur noch durch die Schulen zu erteilen. Bisher waren Schule und Kirchen diese Aufgabe gemeinsam angegangen. Das Konzept soll nun auch eine Antwort darauf geben, wie es für die Religionslehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler weitergeht.
Kirchenrat muss nachbessern
In der Debatte stiess die Vorlage jedoch auf Kritik, wie es in einer Mitteilung vom 28. Juni heisst. So wurde unter anderem moniert, das Konzept sei zu sehr Reglement und zu wenig visionär. Die Synodale Rita Dätwyler kritisierte, dass viele grundlegende Fragen nicht geklärt seien, so zum Beispiel die Frage nach dem Stellenwert der Konfirmation. Dem pflichteten zahlreiche Abgeordnete bei. Mit deutlicher Mehrheit wurde das Geschäft schliesslich an den Kirchenrat zurückgewiesen. Dieser soll nun ein überarbeitetes Konzept vorlegen.
Weiter genehmigte die Versammlung eine Stellenerhöhung im Bereich Medien und Kommunikation sowie die Jahresrechnung 2020. Diese schloss mit einem Plus von knapp 460'000 Franken. Budgetiert hatte die Kirche einen Verlust von rund 130'000 Franken. Der Überschuss wird der Reserve zugeschlagen. (no)