SRF plant Umbau der Religionsredaktion

Bei der Streichung der Radiosendungen «Blickpunkt Religion» und «Zwischenhalt» geht es laut SRF nicht primär um einen Abbau. Vielmehr soll das Fachwissen der Religionsredaktion anderweitig genutzt werden.

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF befindet sich im Umbruch: Mit dem sogenannten Transformationsprojekt «SRF 2024» soll die Organisation fit gemacht werden für die digitale Zukunft. Direktorin Nathalie Wappler setzt dabei unter anderem auf eine Weiterentwicklung der News App und eine verstärkte Präsenz in den sozialen Medien. Gleichzeitig werden verschiedene, teilweise schon seit Jahren im Programm verankerte Sendungen gestrichen.

Dazu gehören auch die Radiosendungen «Blickpunkt Religion» und «Zwischenhalt», die sich mit Themen aus Religion, Ethik, Theologie und Kirche beschäftigen. Die Ankündigung hatte Anfang Oktober für Proteste gesorgt. In einer Online-Petition des Vereins Katholisches Medienzentrum hatte es etwa geheissen, die Streichung werde «einen massiven Personalabbau bei der Fachredaktion Religion nach sich ziehen.» Es war von «Kahlschlag» die Rede sowie einer Verletzung der Konzession.

«Wir wollen das Themenfeld Religion vermehrt in den reichweitenstarken Sendeabschnitten bringen.»
Susanne Wille, Leiterin der Abteilung Kultur bei SRF

Nun hat SRF zu dieser Frage Stellung genommen. Bei der Streichung der beiden Radioformate gehe es «nicht primär um einen Abbau, sondern um eine Umlagerung von Ressourcen», heisst es in einer Medienmitteilung vom 4. November. Das Fachwissen der Religionsredaktion soll demnach in bestehende Informationssendungen sowie die Entwicklung neuer Angebote fliessen. «Wir wollen das Themenfeld Religion, das auch gesellschaftliche oder ethische Fragen beinhaltet, vermehrt in den reichweitenstarken Sendeabschnitten bringen», wird SRF-Kulturchefin Susanne Wille in der Mitteilung zitiert.

Austausch mit den Medienzentren

Das Communiqué wurde im Anschluss an das jährlich stattfindende Kirchengespräch versandt, einem Forum für den Austausch zwischen SRF und den beiden kirchlichen Medienzentren. Dies sind neben dem Katholischen Medienzentrum auch die Reformierten Medien, welche das Portal ref.ch betreiben. Die drei Organisationen verantworten gemeinsam mit der christkatholischen Medienverantwortlichen die Radiopredigten, die Gottesdienstübertragungen sowie das «Wort zum Sonntag».

Die kirchlichen Partner hätten die Umbaupläne mit Zustimmung zur Kenntnis genommen, heisst es in der Medienmitteilung. Zudem sei bei dem Gespräch beschlossen worden, dass es keine zwei konfessionell unterschiedliche und nacheinander ausgestrahlte Radiopredigten mehr geben soll. Damit wird ab 2022 am Sonntagmorgen nur noch eine Predigt ausgestrahlt.

Sparmassnahmen

Für das Projekt «SRF 2024» werden bis 2022 rund 52 Millionen Franken benötigt. Diese kommen zu den 16 Millionen dazu, die aufgrund der rückläufigen Einnahmen aus Werbung und Sponsoring gespart werden müssen, wie das Unternehmen am 6. Oktober mitteilte. Dies geht mit dem Abbau von 211 Vollzeitstellen einher. (vbu)