Spanien bietet «Open Arms» Balearen als sicheren Hafen an

Seit Tagen müssen die Schutzsuchenden auf der «Open Arms» wenige Hundert Meter vor der italienischen Küste ausharren. Nun bietet die spanische Regierung eine Lösung an. Zuvor war die Lage an Bord kurzzeitig eskaliert.


Die spanische Regierung hat dem Rettungsschiff «Open Arms» erlaubt, den nächstliegenden spanischen Hafen anzulaufen. Dies teilte die Regierung am 19. August mit. In Frage kommt neben der Insel Menorca das etwas weiter entfernt liegende Mallorca.

Am Tag zuvor hatte die spanische Organisation Proactiva Open Arms ein Angebot, den andalusischen Hafen Algeciras anzusteuern, zurückgewiesen. Die Lage an Bord sei zu prekär, um weitere fünf Tage auf See zu verbringen.

Drei weitere Tage auf See

Die «Open Arms» ist seit dem 15. August  in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa, darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Matteo Salvini die Menschen aber dort nicht an Land bringen. Algeciras ist etwa 1800 Kilometer weit weg. Die Balearen liegen mehr als 1000 Kilometer von Lampedusa entfernt.

Laut Medien fordert Proactiva, dass die Schutzsuchenden auf ein anderes, schnelleres Schiff umsteigen können, um die Überfahrt zu meistern. Zudem müssten Italien und Spanien «die notwendigen Mittel» zur Verfügung stellen. «Unser Boot liegt nur 800 Meter vor der Küste von Lampedusa und jetzt wollen die europäischen Staaten, dass eine kleine NGO wie unsere nach 18 Tagen Wartezeit noch einmal (…) drei Tage auf See verbringt, bei schlechten Wetterbedingungen und mit 107 erschöpften Menschen an Bord», schrieb die Organisation.

Menschen sprangen über Bord

Die Lage auf der «Open Arms» war am 18. August nach zweieinhalb Wochen auf See kurzzeitig eskaliert. Migranten sprangen ins Meer – offenbar um nach Lampedusa zu schwimmen. Helfer brachten sie zurück an Bord. Das spanische Fernsehen zeigte Bilder der resignierten Menschen. Einige hatten Weinkrämpfe und wurden von Psychologen betreut. (sda/no)