Sechs Länder wollen Schutzsuchende der «Open Arms» aufnehmen

Für die 147 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffes «Open Arms» nahe Lampedusa gibt es Hoffnung. Sechs europäische Länder sollen sich bereit erklärt haben, die Menschen aufzunehmen.


Seit zwei Wochen harren die 147 Schutzsuchenden des Rettungsschiffes «Open Arms» bereits im Mittelmeer aus. Nun könnte das Warten endlich ein Ende haben. Sechs europäische Staaten sind bereit zur Aufnahme der Migranten und Flüchtlinge. Es sind dies Frankreich, Deutschland, Rumänien, Portugal, Spanien und Luxemburg.

Das schrieb der italienische Regierungschef Giuseppe Conte in einem Brief, den er an Innenminister Matteo Salvini richtete und der am 15. August auf Facebook veröffentlicht wurde. Das Schiff der spanischen Organisation Proactiva Open Arms liegt vor der Insel Lampedusa, darf aber nicht in den Hafen einfahren.

Seit Amtsantritt der populistischen Regierung aus Salvinis rechter Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung wurde Rettungsschiffen immer wieder die Einfahrt in die italienischen Häfen verweigert. Conte attestierte Salvini in seinem Schreiben nun, er konzentriere sich zwanghaft auf das Thema Migration und reduziere das Thema auf die Formel «geschlossene Häfen» – und das, um als Politiker an Zustimmung zu gewinnen.

«Wenn wir wirklich unsere ‹nationalen Interessen› schützen wollen, können wir uns nicht darauf beschränken, Positionen der absoluten Unnachgiebigkeit zu vertreten», erklärte Conte. Hintergrund für die überraschend klaren Worte des parteilosen Premiers ist, dass Salvini die Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung vor einer Woche in die Krise gestürzt hat. Er fordert eine Neuwahl. (sda/no)