Russland
Shisha auf Osterkuchen verletzte religiöse Gefühle
Als Angestellte einer Shisha-Bar in Moskau hatte eine junge Frau im April einem Gast seine Wasserpfeife (Shisha) auf einem Kulitsch (Osterkuchen) präsentiert und dazu einen Post auf Instagram veröffentlicht. Danach leiteten russische Behörden ein Strafverfahren wegen des Vorwurfs der Verletzung religiöser Gefühle ein.
Der Kulitsch ist ein traditionelles Ostergebäck in Russland, das die orthodoxen Christen zusammen mit den Ostereiern und einer Quarkspeise verzehren. Es markiert das Ende der Fastenzeit zum Ostersonntag. Oft lassen Gläubige den Kulitsch sogar vor Ostern von Priestern weihen.
Im vergangenen Jahr war die Frau dem oppositionellen russischen Portal «Mediazona» zufolge wegen eines Drogenvergehens zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Im Rahmen des neuen Verfahrens ordnete das Gericht demnach nun die Umwandlung der Bewährungs- in eine Haftstrafe an. Für drei Jahre und 25 Tage muss die Frau in eine Strafkolonie, wie mehrere Medien übereinstimmend aus dem Gerichtssaal meldeten. Das Gericht blieb damit nur knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsentzug.
Seit 2013 ist die Verletzung der Gefühle von Gläubigen in Russland strafrechtlich relevant. Auslöser war eine Performance der Gruppe Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. (dpa/ sda/ gab)