Serientipp: «Shtisel»

Eine israelische TV-Serie erzählt vom Leben und Lieben einer ultraorthodoxen Familie in Jerusalem. Ursprünglich ein Geheimtipp, ist «Shtisel» mittlerweile zum Hit avanciert. Nun ist die dritte Staffel auf Netflix zu sehen.

Die Shtisel sind eine ultraorthodoxe Familie in Ge’ula, einem Quartier in Jerusalem. Männer mit riesigen schwarzen Pelzhüten, langen Mänteln und Schläfenlocken prägen hier das Strassenbild. Diese Welt schiene fremd und zeitlich entrückt, würde nicht beständig ein Handy klingeln – ohne Internetzugang, versteht sich.

In diesem Setting spielt die Serie «Shtisel», die gerade in die dritte Runde gegangen ist. Der verträumte Protagonist Akiva Shtisel steht unter Druck. Er soll endlich heiraten. Bei der Ehe gehe es nicht um Liebe, sondern um Tradition, erklärt ihm sein Vater Shulem, der unlängst seine Frau verloren hat, die er sehr liebte und nun schrecklich vermisst.

Während Akiva eine Anwärterin nach der anderen in der Hotellobby trifft, verliebt er sich in die zweifache Witwe und Mutter Elisheva. Sie steht jedoch nicht auf der Liste des Heiratsvermittlers. Statt in der Thora-Schule zu unterrichten, gibt Akiva sich zudem seiner Leidenschaft hin und malt Ölbilder bis in alle Nacht. Das bringt Ärger.

Nichts geschieht in dieser Welt, ohne dass die Familie davon erfährt und sich einmischt. Alles scheint immer alle anzugehen. Individuelle Freiheiten haben kaum Platz. Umso schöner, wenn sich die Figuren kleinen Fluchten erlauben.

2013 wurde «Shtisel» in Israel ausgestrahlt und selbst von ultraorthodoxen Kreisen gefeiert. Seit Januar 2019 ist die Serie auf Netflix zu sehen.

«Shtisel», Israel 2013, Regie: Alon Zingman; Besetzung: Michael Aloni, Doval’e Glickmann, Ayelet Zurer.

Streaming-Plattform: Netflix.