UNHCR rügt Italiens Vorgehen gegen Seenotretter

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR kritisiert die italienische Regierung: Das neue Gesetz gegen private Rettungsschiffe kriminalisiere die Retter und gefährde Menschenleben.


Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR zeigt sich besorgt über die Verschärfung der Strafen gegen private Seenotretter in Italien. Die Retter spielten eine unschätzbar wichtige Rolle und dürften nicht kriminalisiert werden, erklärte ein UNHCR-Sprecher am 6. August in Genf. Die neue italienische Gesetzgebung könnte private Seenotretter im Mittelmeer abschrecken und somit Menschenleben gefährden.

Das Parlament in Rom hatte beschlossen, dass private Organisationen zur Rettung von Flüchtlingen und Migranten bis zu einer Million Euro zahlen müssen, falls ihre Schiffe in italienische Gewässer fahren. Zudem sollen die Schiffe automatisch beschlagnahmt werden.

Hunderte von Toten in Mittelmeer

In Italien ist privaten Seenotrettungsschiffen bereits seit längerem die Einfahrt in die Häfen des Landes untersagt. Laut der Internationalen Organisation für Migration erreichten in diesem Jahr knapp 39’300 Menschen mit Booten über das Mittelmeer Europa. Davon kamen knapp 4’000 in Italien an. In Griechenland gingen fast 19’000 Flüchtlinge und Migranten an Land. Den Angaben zufolge starben in diesem Jahr mindestens 840 Menschen bei der Passage über das Mittelmeer. (epd/no)