Schweizer Roma protestieren gegen Volkszählung in Italien

Mit einer Mahnwache vor dem italienischen Konsulat in Zürich reagierten Schweizer Roma-Vertreter auf die geplante Volkszählung der Roma und Sinti in der Lombardei. Hass und Diskriminierung müssten endlich ein Ende finden.


Die Roma-Vertreter in Zürich forderten ein Ende der «rassistischen Massnahmen und dass Italien endlich konkrete Schritte gegen die Diskriminierung der beiden Minderheiten ergreift», schreibt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einer Mitteilung vom 6. Juli. Die GfbV unterstützt die Mahnwache und das Anliegen.

Kein «Fremdkörper»

«Es ist wichtig, dass wir als Schweizer Roma auftreten und unsere Solidarität zeigen. Roma sind Europäerinnen und Europäer wie alle anderen auch», zitiert die Gesellschaft für bedrohte Völker Muharem Savdo, Mitorganisator der Mahnwache. Sie seien Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Länder und kein Fremdkörper, so Roma-Aktivistin Rina Caldari.

Angela Mattli, Kampagnenleiterin Minderheiten und Diskriminierung bei der GfbV, bezeichnet die Situation der Sinti und Roma in Italien als besorgniserregend. Diese seien regelmässig Hassreden und Diskriminierung ausgesetzt.

Volkszählung soll Ausweisungen ermöglichen

Die Region Lombardei steht unter Führung der rechten Lega. Bereits vor zwei Wochen hatte sich der italienische Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini für eine Zählung von Angehörigen der Roma-Minderheit ausgesprochen, was in Italien für Aufregung gesorgt hatte. Salvini meinte, die Erhebung ermögliche die Ausweisung von Ausländern ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Roma mit italienischer Staatsangehörigkeit müsse das Land «leider behalten».

Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, des Lega-Partners in der italienischen Regierungskoalition, betonte daraufhin allerdings, jeglicher Zensus eines Bevölkerungsteils auf Basis der ethnischen Zugehörigkeit verstosse gegen die Verfassung. (sda)