Migration

Schweizer Piloten starten Rettungsmission im Atlantik

Über 6000 Migranten sind allein im vergangenen Jahr auf der Route zwischen Senegal und den Kanarischen Inseln ums Leben gekommen. Eine Schweizer Organisation will weitere Tote verhindern.

Die Schweizer Nichtregierungsorganisation Humanitarian Pilots Initiative (HPI) plant ab Anfang 2025 ein neues Luftaufklärungsprojekt im Atlantik. Freiwillige Pilotinnen sollen von Senegal aus die gefährliche Migrationsroute zwischen Westafrika und den Kanarischen Inseln abfliegen, um Boote in Seenot zu lokalisieren und Rettungsmassnahmen einzuleiten. Das schreibt HPI in einer Mitteilung.

Die Route über den Atlantischen Ozean gehört zu den gefährlichsten Migrationswegen weltweit. Allein 2023 starben mehr als 6000 Menschen bei dem Versuch, die Strecke zu überwinden. Besonders im zentralen und südlichen Abschnitt fehle bislang jegliche organisierte Seenotrettung, was zu einem hohen Anteil vermisster Personen führe, schreibt die Organisation.

Mit dem neuen Projekt will HPI diese Lücke schliessen. Aufbauend auf der Erfahrung aus fast zehn Jahren Luftaufklärung im Mittelmeer will die Schweizer Organisation Menschen in Seenot entdecken, Rettungsdienste alarmieren und so Leben retten. Die erste Mission ist für Ende Januar 2025 geplant, um die Situation vor Ort zu analysieren.

Um das Projekt zu realisieren, benötigt HPI laut Mitteilung ein speziell ausgerüstetes Flugzeug. Ein Grossteil der Finanzierung sei bereits gesichert, noch fehlten aber 50'000 Franken. Zur Deckung dieser Lücke läuft aktuell eine Crowdfunding-Kampagne. (no)

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