Schweizer Firmen verkaufen miesen Diesel nach Afrika

Schweizer Rohstoffkonzerne sind laut Umweltschützern für den Verkauf minderwertigen Diesels in Afrika verantwortlich. Der Kraftstoff gefährde die Gesundheit von Millionen Menschen, erklärte ein Sprecher der Organisation «Public Eye» (vormals «Erklärung von Bern») am Donnerstag in Bern.

Dicke Luft: Die Strasse von Accra nach Kintambo, Ghana.
Dicke Luft: Die Strasse von Accra nach Kintambo, Ghana. (Bild: Carl De Keyzer - Magnum)

Proben bei Diesel in Afrika hätten einen Schwefelgehalt ergeben, der 378 mal höher sei als in Europa erlaubt. Zudem enthalte der Treibstoff Benzol, prozyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und andere Gifte, die in Europa verboten seien.

Die Organisation wirft Schweizer Rohstofffirmen wie Trafigura vor, den «African Quality» genannten Gift-Diesel extra für Afrika zu mischen, dorthin zu verschiffen und teils über eigene Tankstellennetze zu vertreiben. Damit nutze die Branche die Gesetzeslücken in vielen afrikanischen Ländern aus.

In der Folge nehme die Luftverschmutzung in afrikanischen Städten dramatisch zu. Den UN zufolge leiden die Bewohner urbaner Räume in Afrika unter der weltweit am stärksten steigenden Luftverschmutzung.

Die Umweltschützer forderten einen der grössten Rohstoffhändler, die Genfer Trafigura, auf, nur noch Treibstoffe in Afrika zu verkaufen, die europäischen Standards entsprechen. Die Firma äusserte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

«Public Eye», früher «Erklärung von Bern», hat nun eine Petition lanciert und nach eigenen Angaben für den Bericht «Dirty Diesel» drei Jahre lang recherchiert. (epd)

 

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