Sudan

Schwache Hoffnungen auf Waffenruhe

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen fordert dringend eine Waffenruhe im Sudan. Die Aussichten darauf werden aber als gering eingeschätzt.

Am Mittwoch sollen erneute Waffenstillstandsverhandlungen für den seit fast anderthalb Jahren andauernden Konflikt im Sudan stattfinden. Bislang sind alle Vereinbarungen gescheitert. «Es herrscht dort die weltweit grösste Hungerkrise», sagte die Sudan-Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Lena Kinzli, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Jeder zweite Sudanese leidet Hunger. Das sind 25 Millionen Menschen – das entspricht der Bevölkerungszahl von Australien».

Im Sudan herrscht seit April 2023 ein blutiger Machtkampf zwischen dem De-facto-Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Der Konflikt hat die nach UN-Angaben weltweit grösste Flüchtlingskrise ausgelöst. Mehr als zehn Millionen Menschen wurden vertrieben oder flohen, viele von ihnen mehrfach.

In einem Lager für Vertriebene nahe der belagerten Stadt Al-Fascher im Bundesstaat Nord-Darfur seien rund 600’000 Menschen akut von Hunger bedroht, sagte Kinzli. «Der Hunger betrifft aber nicht nur einige Gebiete, sondern das ganze Land. Es muss so schnell wie möglich Hilfe ins Land kommen, damit sich die dramatische Lage nicht noch weiter verschlechtert», sagte Kinzli.

Die Aussichten auf eine Einigung bei den Verhandlungen am Mittwoch in Genf gelten als gering. Eine Delegation der sudanesischen Armee bezeichnete Vorgespräche mit einem US-Vertreter in Saudi-Arabien als erfolglos. Die Armeeführung müsse sich nun entscheiden, ob sie überhaupt teilnehmen wolle. In den vergangenen Tagen kam es im Sudan weiter zu Kämpfen mit Verletzten und Toten. (sda/ dpa/ no)