Hunderttausende Menschen in belagerter Stadt von Hilfe abgeschnitten
In der Stadt El Fascher in der sudanesischen Region Darfur sind über 800’000 Menschen von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Das teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Die Stadt sei von bewaffneten Kämpfern umstellt, die Menschen könnten nicht von aussen mit Lebensmitteln und Medizin versorgt werden, sagte Shible Sahbani, WHO-Beauftragter im Sudan, vor den Medien. Zum Vergleich: In Zürich, der grössten Stadt der Schweiz, leben knapp 450'000 Menschen.
Kinder sowie schwangere und stillende Frauen seien aufgrund akuten Hungers besonders geschwächt. Verwundete könnten nicht versorgt werden. Neben der Region Darfur seien auch andere Gebiete Sudans von Hilfe abgeschnitten. Im Land zwischen Ägypten und Äthiopien bekämpfen sich die Armee und die paramilitärischen Rapid Support Forces.
Der WHO-Beauftragte forderte die Kriegsparteien auf, humanitären Helfern den Zugang zu den notleidenden Menschen zu gewähren. Unterdessen gingen in Genf indirekte Gespräche unter UN-Vermittlung zwischen Vertretern der Konfliktparteien weiter.
El Fascher, die Hauptstadt des Teilstaates Nord-Darfur, wird von Kämpfern der Rapid Support Forces belagert. Der Machtkampf zwischen der Armee und den Rapid Support Forces eskalierte im vergangenen Jahr und betrifft grosse Teilen des Sudans. Tausende Menschen wurden getötet. Rund 13 Millionen Menschen sind innerhalb und ausserhalb des Landes auf der Flucht. Beide Parteien werden für Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. (epd/ dst)