Russland

Prozess gegen jüdische Einwanderungsorganisation verschoben

Russland strebt ein Verbot der Nichtregierungsorganisation Sochnut an. Seit dem Ukraine-Krieg reisen Menschen jüdischer Herkunft vermehrt aus Russland aus.

Ein Gericht in Moskau hat den Prozess gegen die Jewish Agency for Israel (Sochnut) vertagt. Damit folgt es einem Antrag des Anwalts der Nichtregierungsorganisation, wie das Gericht erklärte. Moskau wirft Sochnut vor, gegen russische Gesetze zu verstossen. Details wurden bislang nicht öffentlich genannt. Medienberichten zufolge geht es darum, dass Sochnut unrechtmässig personenbezogene Daten russischer Bürger gesammelt haben soll.

Die Organisation hilft Juden in aller Welt bei der Festigung ihrer jüdischen Identität, aber auch bei der Ausreise nach Israel. Israel hat auf diplomatischem Weg versucht, das drohende Verbot abzuwenden. Der Prozess soll nun am 20. Dezember stattfinden.

Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine reisen vermehrt Menschen jüdischer Herkunft aus Russland aus. Allein bis Ende Juli waren es nach Angaben des israelischen Integrationsministeriums 17'000 Personen – mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Die russische Justiz hat zuletzt auch viele andere ausländische Nichtregierungsorganisationen schliessen lassen. (sda/ pef)